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Einfluss Russlands auf die US-Präsidentschaftswahl? © Rodrigo Buendia / AFP

Bisher bestritt Mark Zuckerberg den Einfluss falscher Meldungen in seinem Netzwerk auf die Wahlergebnisse.

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Bisher bestritt Mark Zuckerberg den Einfluss falscher Meldungen in seinem Netzwerk auf die Wahlergebnisse.

Redaktion 07.09.2017

Einfluss Russlands auf die US-Präsidentschaftswahl?

Facebook vermutet, dass russische Drahtzieher Platz für politische Anzeigen kauften.

MENLO PARK. Das Soziale Netzwerk Facebook vermutet, dass russische Drahtzieher Anzeigenplätze gekauft hatten, um auf die US-Präsidentschaftswahlen Einfluss zu nehmen. Konkret soll es um rund 470 identifizierte Profile gehen, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3.000 Anzeigen geschaltet haben sollen.

"Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden", erklärte Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Ein Großteil davon erwähnte weder die Wahl noch die Kandidaten, allerdings seien sie sehr wohl darauf ausgerichtet gewesen, die Spaltung bei Themen wie Spannungen zwischen Ethnien, Einwanderung oder Waffenbesitz zu vertiefen. Rund ein Viertel der Anzeigen wurde gezielt in bestimmten Regionen platziert.

Von auf die russische Sprache geschalteten Accounts mit amerikanischen IP-Adressen seien 2.200 Anzeigen mit potenziellem politischen Bezug für rund 50.000 USD gekauft worden; Facebook habe die US-Behörden über diese Erkenntnisse informiert. Im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland sei bisher keine solche Aktivität festgestellt worden, betont Facebook.

Bereits im April hatte Facebook erklärt, das Online-Nerzwerk sei für die politische Einflussnahme missbraucht worden. Derzeit wird der russische Einfluss auf die amerikanische Präsidentenwahl im vergangenen Jahr untersucht. Grundsätzlich ist die ausländische Einflussnahme auf den Wahlkampf in den USA grundsätzlich verboten. Laut Medienberichten unterrichtete Facebook auch die Untersuchungsausschüsse von US-Kongress und Senat über die Erkenntnisse. Unklar blieb zunächst, in welchen Regionen und für welche Einwohnergruppen die Anzeigen gezielt platziert wurden, und ob die Kampagne über die 470 entdeckten Accounts hinausging; inzwischen seien die Profile stillgelegt worden, teilte Facebook mit.

Facebook wurde bereits vorgeworfen, während des Wahlkampfs zu wenig gegen die Manipulation öffentlicher Meinung durch gefälschte Nachrichten und Propaganda getan zu haben; bisher hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bestritten, dass dies das Wahlergebnis beeinflusst habe. (dpa/red)

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