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"Fuck the Rules – Fehlerkultur im Journalismus" Katharina Schiffl

Corinna Milborn diskutierte zum Thema "Fehlerkultur im Journalismus" anlässlich des 10. Geburtstags von Vice.

Katharina Schiffl

Corinna Milborn diskutierte zum Thema "Fehlerkultur im Journalismus" anlässlich des 10. Geburtstags von Vice.

Redaktion 07.06.2017

"Fuck the Rules – Fehlerkultur im Journalismus"

Vice lud anlässlich seines 10 Geburtstags zur Podiumsdiskussion.

WIEN. Gestern, am 6. Juni, lud Vice anlässlich seines 10. Geburtstags zur Podiumsdiskussion. Moderiert wurde diese von Jakob Steiner, Vice. Am Podium fanden sich Corinna Milborn (Puls 4), Rainer Nowak ("Die Presse"), Lisa Totzauer (ORF), Martin Thür (ATV) und Markus Lust (Vice) ein.

Im Journalismus machen österreichische Medien im Großen und Ganzen einen guten Job, waren sich die Diskutanten einig – trotz eines gravierenden „Ressourcenproblems“. Mit „viel reproduktiver Tätigkeit statt großer Reportagen“ beschrieb Milborn den journalistischen Alltag im Vergleich zu früheren Zeiten; man beschränke sich in vielen Fällen zu sehr auf das „Aufräumen“, die Erklärung dessen, was während des Tages passiert sei. Es bliebe weniger Zeit dafür, eigene Themen aufzutun und aufzubereiten. Nowak beschreibt die "Presse am Sonntag" als gelungenes Beispiel dafür, abseits der wenn auch hochwertigen „Nachbereitung“ einer gewohnten Tageszeitung auch neue Wege zu beschreiten und einen anderen Zugang in der Themenwahl und in der Aufbereitung anzubieten – und damit auch andere Leserkreise anzusprechen.

„Fehler“ stünden auch für das Zulassen von neuen, spannenden, innovativen Ideen – sie zuzulassen, da herrschte Einigkeit, hieße auch, den Handlungsspielraum einer Redaktion zu erweitern. Wobei, so Totzauer, das natürlich nicht hieße, aus Nachlässigkeit oder Faulheit Fehler zuzulassen – aber wer seiner Redaktion den Rücken stärke, wenn doch einmal etwas passiert, erziehe Mitarbeiter dazu, von vornherein weniger Fehler zu machen.

Im Fokus standen auch Themen wie der Umgang mit Meinungsjournalismus – etwa in Bezug auf die Flüchtlingskrise – und die Schere im Kopf, die seit der permanenten Begleitung des Journalisten durch die Sozialen Medien manchmal zu vorauseilender Selbstzensur verleitet. Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe von "medianet" diesen Freitag, 9. Juni.

Heute, am 7. Juni, startet die Ausstellung "Fotos aus 10 Jahren Vice", am Donnerstagabend wird in der "Grellen Forelle" eine Party gefeiert. (red)

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