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orf.at verlässt Facebook © ORF
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Redaktion 28.03.2019

orf.at verlässt Facebook

Mit 1. April schließt der ORF alles seine Facebook-Auftritte.

WIEN. Am 5. Dezember 2017 hat ORF.at seinen Auftritt auf Facebook gestartet. Mit 1. April wird die ORF.at-Seite auf Wunsch der ORF-Geschäftsführung im Zuge einer Reorganisation der ORF-Facebook-Auftritte eingestellt. Andere ORF-Seiten bleiben erhalten.

Dazu heißt es auf Facebook-Seite: „„Im Kampf um das Gut Aufmerksamkeit ist Facebook eine Arena, in der es um nicht weniger geht als die Frage, in welche Richtung die Gesellschaft und das politische Zusammenleben gehen“, hieß es an dieser Stelle im Dezember 2017.“ Diese Feststellung hat auch heute noch Gültigkeit, doch viele Faktoren haben sich geändert. Die Hoffnung, dass sich bei Facebook einiges zum Positiven verändert, dürfte wohl angesichts der Entwicklungen der vergangenen Monate begraben werden. Datenlecks, kommerzielle Nutzung von persönlichen Daten und die „steuerschonende“ Vorgangsweise des Konzerns sorgten weiter für Negativschlagzeilen.“

Kritisiert wird auch der Umgang mit Inhalten: „Harmlose Inhalte werden häufig zensuriert und gelöscht, während der Konzern es nicht schafft, Hass und Gewalt – siehe zuletzt die Liveübertragung des Terroranschlags von Christchurch – auf seiner Plattform in den Griff zu bekommen. Von dem offenbar aussichtloslosen Kampf gegen politischer Manipulation durch die Verbreitung von Fake-News ganz zu schweigen.“

Abschließend heißt es gegen Ende des Statements: „Facebook ist also insgesamt nicht das einfachste Biotop für seriöse Nachrichtenmedien: ein Kooperationspartner, der gleichzeitig Konkurrent ist, der seine Spielregeln nicht kommuniziert und ständig ändert – und wo mittlerweile tendenziell die bessere Karten haben, die auf Emotionen setzen, Affekte bedienen und Empörung bewirtschaften.

Dass Facebook darauf sein Geschäftsmodell aufbaut und Reichweite verkauft, ist einem kommerziell ausgerichteten Konzern an sich nicht vorzuwerfen. Aber das Netzwerk ist damit eben keine neutrale Plattform. Irgendwann stellt sich dann die Frage für ein Nachrichtenmedium, welche Nutzen ein Facebook-Auftritt hat – und was man dafür in Kauf nehmen muss.“ (red)

 

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