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VÖP lud zum Privatsender-Heurigen © Michael Gruber / VÖP

Markus Breitenecker, Corinna Drumm, Ernst Swoboda

© Michael Gruber / VÖP

Markus Breitenecker, Corinna Drumm, Ernst Swoboda

Redaktion 03.10.2018

VÖP lud zum Privatsender-Heurigen

Credo das Abends: „Die Absicherung und Förderung des Medienstandorts Österreich hat oberste Priorität“.

WIEN. Beim gestrigen „Privatsender Heurigen“, zu dem der VÖP, der Verband der österreichischen Privatsender in diesem Jahr zum neunten Mal eingeladen hat, übertraf die Anzahl der Gäste alle Erwartungen. „Dieses Event ist zu einem Fixpunkt im Branchenkalender geworden ist. Neben vielen Vertretern des Privatrundfunks konnten wir erfreulich viele Freunde und Partner aus anderen Mediensektoren, aus der Werbung und aus der Politik willkommen heißen.“, so Corinna Drumm, Geschäftsführerin des VÖP.

In seinen Begrüßungsworten hielt Ernst Swoboda, Vorstandsvorsitzender des VÖP und Geschäftsführer von KroneHit, aus aktuellem Anlass zunächst ganz klar fest: „Medien sind für das Funktionieren einer Demokratie absolut unverzichtbar. Jede Einschränkung der Medienfreiheit oder des freien Zugangs von Medien zu staatlichen Informationen, jeder Versuch einer Sanktionierung von Medien für ihre Berichterstattung muss und wird von uns als Angriff auf eine tragende Säule unserer demokratischen Gesellschaft entschieden zurückgewiesen werden."

Anschließend analysierte Swoboda die Wettbewerbssituation am österreichischen Rundfunkmarkt, die sich seit dem Hinzutreten globaler Online-Medienplattformen drastisch verschärft hat: „Wenn wir unsere bisherige Situation mit einem Fußballspiel vergleichen, so war es bisher so, als wäre unser Konkurrenz ORF mit 30 oder 40 Spielern am Platz – was schwer genug war. Mit Google & Co ist nun eine weitere Mannschaft im Turnier, die nochmal deutlich mehr Spieler aufbietet und die sich vor allem nicht an die üblichen Spielregeln wie Abseits oder Foul halten muss.“

Die Lösung dieser Wettbewerbsproblematik liegt aus Sicht von Swoboda in einer Stärkung des Medienstandorts von innen heraus: „Die Schlüsselworte heißen ‚Level Playing Field‘ und ‚Kooperation‘.“ Wobei Bundesminister Blümel den Weg zu einem von Kooperation geprägten Medienstandort bereits vorgezeichnet habe, so Swoboda. Und zum ORF meint der VÖP-Präsident und KroneHit GF: „Der ORF soll anders als bisher nicht mehr Konkurrent der privaten Medien sein, sondern er muss zum Förderer des gesamten Medienstandorts und zum Partner der Privaten werden.“

Markus Breitenecker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des VÖP und Geschäftsführer von ProSiebenSat.1 Puls 4, erläuterte sodann, welche Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperation gegeben sein müssen: „Das Konkurrenzverhältnis zwischen den privaten Medien und dem ORF muss entspannt werden. Ansonsten ist eine faire, partnerschaftliche und damit erfolgreiche Kooperation kaum möglich. Wir brauchen daher vor allem eine Entschärfung des Kampfs um Werbebudgets und außerdem mehr Raum für Kooperationen im Bereich Infrastruktur und Content.“ Neben der Regulierung des nationalen Wettbewerbs ist für Breitenecker auch eine stärkere medienrechtliche Regulierung der großen Online-Medienplattformen sowie eine faire und effektive Besteuerung dieser Unternehmen unverzichtbar: „Den Digitalgiganten muss mehr Verantwortung abverlangt werden. Es kann nicht länger so sein, dass diese Plattformen Wirtschaftskraft aus Österreich absaugen, ohne hier einen relevanten Beitrag zu leisten. Für sie müssen die gleichen Spielregeln gelten wie für klassische Medien, und sie müssen dort, wo sie ihre Umsätze generieren, einen fairen finanziellen Beitrag leisten, etwa in Form einer Digitalsteuer.“

Zusammen mit der Moderatorin des Abends, Gundula Geiginger (Puls 4 News), begrüßten die VÖP-Vertreter unter anderem Beate Meinl-Reisinger und Nikolaus Scherak (Neos), Susanne Lackner (KommAustria), Oliver Stribl (RTR), René Tritscher (Wirtschaftsbund), Oliver Böhm (ORF-Enterprise), Harald Flemming (Vaunet), Jürg Bachmann (VSP), Markus Mair (VÖZ), Josef Gruber (VRM), Raphaela Vallon-Sattler (IAA), Alexandra Vetrovsky-Brychta (iab), Markus Gremmel (Bawag/PSK), Georg Gartlgruber (Group M), Ursula Arnold (MindShare), Thomas Bokesz (IPG) und viele andere Vertreter der heimischen Medienbranche. (red)

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