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Agrarische Zukunft in Frauenhand? © Panthermedia.net/Wavebreakmedia Ltd.
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alexandra binder 08.03.2019

Agrarische Zukunft in Frauenhand?

Die ARGE Österreichische Bäuerinnen will den Frauenanteil in den ­Entscheidungsgremien des ländlichen Raums steigern.

••• Von Alexandra Binder

WIEN. Der heutige Internationale Frauentag geht auch an den Bundesbäuerinnen nicht spurlos vorüber. Andrea Schwarzmann, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen, erinnert einmal mehr an eine unumstößliche Tatsache: „Die Frauen in der Landwirtschaft sind unverzichtbar. Sie sichern eine flächendeckende bäuerliche Bewirtschaftung und setzen auf partnerschaftliche Bewirtschaftung der Familienbetriebe.” Dem gegenüber stehen allerdings die agrarischen Organisationen und Gremien, die es nicht ganz so genau nehmen mit der Partnerschaftlichkeit. Da regieren nach wie vor die Old Boys, die Frauen in ihren Reihen lassen sich an einer Hand abzählen. Schwarzmann spricht von einem nach wie vor großen Aufholbedarf, was die Aufteilung und Besetzung von Positionen betrifft. Das ist insofern schwierig, weil sie auch glaubt, dass die Zukunft der peripheren Regionen in den Händen der Frauen liegt: „Sie haben eine Schlüsselposition inne und aus diesem Grund ist es überaus wichtig, dass sie bei wichtigen Entscheidungen der Agrarwirtschaft und des ländlichen Raums mitreden und mitentscheiden können.”

„Bäuerinnen-Charta”

Um interessierten Bäuerinnen die Türen in alle wichtigen Positionen der Agrarwirtschaft und des ländlichen Raums zu öffnen, hat man bereits 2017 die Bäuerinnen-Charta präsentiert. Deren Ziel ist es, in Nominierungsprozessen für Kammer-Führungsfunktionen eine Frauenquote von mindestens 30% zu erreichen. Wie das gehen soll? Durch eine „proaktive Ansprache von Frauen für alle Führungsebenen und Gremien” und eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Betrieb und öffentlicher Funktion.

Alle Landwirtschaftskammern sind an Bord, und die Charta wurde auch von anderen agrarischen Organisationen und Gremien des ländlichen Raums übernommen. Die Evaluierung des Ganzen findet alle drei Jahre durch eine externe Stelle in Zusammenarbeit mit der ARGE Bäuerinnen und der Landwirtschaftskammer statt, wobei das Monitoring qualitative und quantitative Bewertungen umfasst.
Die Stärke der heimischen Bäuerinnen ist spätestens seit Ende des Ersten Weltkriegs klar. Denn sie waren es, die die Bauernhöfe der Familien damals, als die Männer kriegsbedingt ausfielen, weiterbewirtschafteten. Auch daran erinnert die ARGE Bäuerinnen anlässlich des Jubiläumsjahrs „100 Jahre Frauenwahlrecht”.

Geschlechterbedingte Barriere

„Den Aufbau und die Weiterentwicklung auf den landwirtschaftlichen Betrieben und auch in unseren Dörfern haben wir vielen engagierten Bäuerinnen und Landfrauen und ihrer Hände Arbeit zu verdanken”, so Schwarzmann, die heute für den dringenden Abbau geschlechterbedingter Barrieren plädiert, die Frauen daran hindern, am wirtschaftlichen, politischen und sozialen Leben teilzunehmen.

Das Ziel? Politisch aktive Frauen zu motivieren und zu fördern. „Wir wollen noch mehr kompetente Bäuerinnen darin stärken, von der Hinterbühne ins Rampenlicht zu treten. In allen Entscheidungsgremien sollen gleichberechtigt kompetente und mutige Frauen zum Zug kommen.”


Die aktuellen Infos rund um die Bäuerin und ihren Laden lesen Sie auf: bauernladen.at

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