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Aldi expandiert in Großbritannien © AFP/Geoff Caddick

Aldi UKRund 840 Filialen in Großbritannien gibt es derzeit, über 350 sollen bis 2025 dazukommen. Allein in London wird sich die Zahl der Standorte binnen der nächsten zwei Jahre ­verdoppeln.

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Aldi UKRund 840 Filialen in Großbritannien gibt es derzeit, über 350 sollen bis 2025 dazukommen. Allein in London wird sich die Zahl der Standorte binnen der nächsten zwei Jahre ­verdoppeln.

Redaktion 20.09.2019

Aldi expandiert in Großbritannien

100 neue Filialen, 5.000 Arbeitsplätze: Aldi UK hat große Pläne – und ist auf einen No-Deal-Brexit vorbereitet.

••• Von Paul Hafner

LONDON/MÜHLHEIM. Der deutsche Lebensmittelhändler Aldi hat angekündigt, sein Filialnetz in Großbritannien deutlich auszubauen. In den kommenden zwei Jahren sollen 100 neue Filialen und 5.000 neue Arbeitsplätze entstehen

Mittelfristig – bis 2025 – soll das Filialnetz sogar von rund 840 auf 1.200 anwachsen. Allein bis Ende 2020 wird eine Mrd. Pfund (1,1 Mrd. €) investiert. In London soll sich das Angebot an Aldi-Geschäften bis 2021 mehr als verdoppeln: Die Zahl der Standorte soll von derzeit 40 auf über 100 ansteigen.

Preiskampf auf der Insel

Mit einem Marktanteil von 8,1% ist Aldi UK aktuell die Nummer fünf auf britischem Boden. „Die Verbraucher in London sagen uns immer wieder, sie würden zu Aldi gehen, wenn sie einen in ihrer Nähe hätten”, begründete Giles Hurley, Aldi-Chef für Großbritannien und Irland. „Es gibt für uns also klar die Chance, zu wachsen.”

Aufgrund hoher Investitionen und wegen eines Preiskampfs mit der Konkurrenz – Tesco, Sainsbury's, Asda und Morrisons – ging der operative Gewinn auf der Insel um 26% auf knapp unter 200 Mrd. Pfund zurück; gleichzeitig stieg der Umsatz um 11% auf 11,33 Mrd. Pfund.
„Wir haben uns noch nie auf kurzfristige Gewinnmaximierung konzentriert”, kommentierte Hurley. „Unser Fokus liegt auf Wachstum, Umsatz, Geschäften und Kundenzahlen.” Aldi UK genieße das volle Vertrauen des Mutterkonzerns.

Brexit als Chance

Für den Fall eines ungeordneten Ausscheidens aus der EU – einem „No-Deal-Brexit” – sieht Hurley Aldi UK besser aufgestellt als die Mitbewerber. Der Diskonter bezieht drei Viertel seiner Produkte von örtlichen Zulieferern; nicht ausgeschlossen werden können indes Engpässe bei Frischwaren.

Seit der Aufteilung des Diskonters zwischen den Brüdern Karl und Theodor Albrecht im Jahr 1961 firmieren die Filialen dies- bzw. jenseits des (durch das Ruhrgebiet verlaufenden) „Aldi-Äquators” als Aldi Nord bzw. Aldi Süd – eine Unterteilung, die auch außerhalb Deutschlands ihre Gültigkeit besitzt. Aldi steht für „Albrecht Discount”.

Wie aus Aldi Hofer wurde

Dass die Geschäfte in Österreich als „Hofer” firmieren, hat historische Gründe: Der Markteinstieg in Österreich startete 1967 mit der Übernahme der längst in Vergessenheit geratenen, von Helmut Hofer gegründeten Ladenkette Hofer, der zum Zeitpunkt der Übernahme 30 Filialen besaß; darüber hinaus war „Aldi” zum damaligen Zeitpunkt geschützt.

2018 eröffnete Hofer seine 500ste Filiale in Österreich. Der Name dürfte bleiben.

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