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Alle im LEH machen einen guten Job © Spar/Werner Krug; Hofer; Billa/Dusek
© Spar/Werner Krug; Hofer; Billa/Dusek

christian novacek 05.04.2019

Alle im LEH machen einen guten Job

Zwar gibt es mit Spar einen klaren Wachstumssieger, aber schmerzhafte Einbußen musste 2018 keiner hinnehmen.

••• Von Christian Novacek

WIEN. Als Branchenprimus hat man’s nicht leicht – das galt in 2018 für die Rewe International AG und sie hat das Jahr genutzt, um einiges an Hausaufgaben zu erledigen: „Wir haben hinter den Kulissen wie geplant enorm viel in Richtung Zukunftsfitness unseres Unternehmens auf den Weg gebracht bzw. bereits umgesetzt”, kommentiert das Rewe-Chef Marcel Haraszti. Für 2019 prognostiziert er: „Wir wollen als Gesamtunternehmen im österreichischen Lebensmittelhandel Wachstumsführer und die Nr. 1 in der Kundenwahrnehmung werden und unsere Marktanteile damit nicht nur langfristig absichern, sondern noch ausbauen. Und die Richtung stimmt – wie erste positive Effekte bereits zeigen.”

Wachstumssieger Spar

Auf die Frage, wer wächst prozentual am deutlichsten, gibt es in 2018 eine klare Antwort: Spar. Der Salzburger Händler legt mit vier Prozent Wachstum die Latte hoch und macht auch im Marktanteil einen Schritt nach vorn, nämlich von 31,2 auf 31,9%. Spar-Präsident Gerhard Drexel spiegelt das mit dem Branchenwachstum von 1,6% wider: „Das heißt, Spar wächst zweieinhalb Mal stärker als die Branche. Oder, anders formuliert: Ohne Spar ist die Branche 2018 nur um circa 0,7 Prozent gewachsen.”

Das aktuelle Erfolgsrezept des Händlers bringt Handelsexperte Peter Schnedlitz auf den Punkt: „Spar macht nicht jede Mode mit, ist aber offen für Neues.” Speziell dürfte er damit das beim Salzburger Händler in überschaubarer Dimension angelegte E-Commerce-Engagement meinen.

Alles gut gemacht

Trotz Jubel bei Spar: Die Mitbewerber beherrschen ihren Job ebenso. Bei Rewe fällt im Detail auf, dass die nicht ganz leicht zu bedienende Diskontschiene Penny Österreich diesmal mit einem klaren Umsatzplus von 2,42% heraussticht. Dass es Diskonter schwer und immer schwerer haben, unken Branchenauguren zwar vernehmlich – allein die Zahlen geben aber keinen Anlass, hier ein Schwächeln zu diagnostizieren: Lidl legt mit drei Prozent auf 1,35 Mrd. € klar zu, und auch Hofer ist mit einem Plus von 2,5% mehr als nur stabil. Hofer bezeichnet sich als Branchenprimus – was heruntergebrochen auf Vertriebstyp bzw. Handelslogo stimmig sein mag, denn unter dem Rewe-Dach versammeln sich u.a. Merkur, Billa, Adeg und Penny, und unter Spar firmieren Kaufleute neben Filialen, große neben kleinen Flächen.

Neu & besser aufstellen

Als Verlierer würden sich im LEH auch jene nicht bezeichnen, die unter dem Branchenwachstum rangieren. Bei Nah&Frisch fällt genauso wie bei Unimarkt das Stichwort „Strukturbereinigung”. Und tatsächlich hat es bei beiden Gewicht. „Der Umsatz resultiert auf der Schließung von Standorten, die nicht mehr zur strategischen Ausrichtung passten”, heißt es von Unimarkt-Chef Andreas Haider. Und für Nah&Frisch reklamiert Hannes Wuchterl: „Wir werden die Nahversorgung in Österreichs Gemeinden in den nächsten Jahren nachhaltig verbessern!”

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