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Asiatische Schärfe trifft auf bunte Salatvielfalt © www.zweischrittweiter.at

Josef Peck, Geschäftsführer von Seewinkler Sonnengemüse, holt sich Tipps von Haubenkoch Christian Domschitz.

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Josef Peck, Geschäftsführer von Seewinkler Sonnengemüse, holt sich Tipps von Haubenkoch Christian Domschitz.

Eva Kaiserseder 14.09.2018

Asiatische Schärfe trifft auf bunte Salatvielfalt

Mit einem botanischen Husarenstück präsentieren LGV und ­Seewinkler Sonnengemüse die Neuheiten der kommenden Saison.

••• Von Eva Kaiserseder

Willst du gelten, mach dich selten, könnte das Motto lauten, unter dem LGV und Seewinkler Sonnengemüse den Handelspartnern ihre Neuheiten für die kommende Gemüsesaison präsentieren. Allerdings gilt das nur für die Sorten an sich: Rare und alte, in Vergessenheit geratene Sorten reüssieren nämlich aktuell.

„Partnertage” für den Handel

Die 2018 wiederbelebte Vertriebskooperation zwischen der Erzeugergemeinschaft LGV und dem Seewinkler Sonnengemüse (SSG) trägt jedenfalls beste Früchte: Josef Peck, SSG-Geschäftsführer und seit Jahresbeginn Vertriebsleiter in der Zusammenarbeit mit LGV, hat seine Idee der „Partnertage” mit in die Kooperation gebracht.

Dabei wird das Portfolio an Neuheiten gemeinsam mit dem Vertriebsteam und Marketingleiterin Angelika Günther den Handelspartnern vorgestellt. „Ziel der Partnertage ist es, neue, gut schmeckende Gemüsearten zu finden und alte Sorten zu reaktivieren, die in den Folgejahren nachhaltig von den Gärtnerfamilien und den Gemüsebauern in Wien und dem Seewinkel produziert und regional in Österreich vermarktet werden können”, beschreibt Peck die Grundidee und Wichtigkeit der Veranstaltungsreihe.
„Mit dem einzigartigen Konzept der Partnertage unterstreichen wir unsere Rolle als Qualitäts- und Innovationsführer und entwickeln für und mit unseren Kunden die Gemüsetrends von morgen”, fügt Peck ergänzend hinzu.
Im Rahmen der Partnertage wird weiters etwa Haubenkoch Christian Domschitz („Vestibül”) mit den Newcomern aus dem Gemüsekistl groß aufkochen und den Handelspartnern deren kulinarisches Potenzial präsentieren.

Innovationsschmiede

Dabei wurde in zahlreichen Anbauversuchen im burgenländischen Seewinkel und in den Wiener Gemüseanbaugebieten Simmering und Essling im Laufe des Jahres nebst den bewährten Sorten auch völlig neues Gemüse gepflanzt. Das Auswahlkriterium galt folgendermaßen: Wer mit Topgeschmack punkten konnte, bekam den Zuschlag. Zum Gemüsebouquet gehören etwa Sorten wie grüner und roter Romana-Salat inklusive Mini-Variante, ein besonders intensiv schmeckender Mini-Rucola, Knox-Eissalate im Wiener Raum sowie roter Chinakohl, Mairüben, Chioggia-Rüben, Steckrüben oder Tomatillos und Spaghettibohnen im Burgenland. Die Innovationsschmiede „Gärtnergschäftl” hat auch hier wieder eine besondere Rolle inne: Ab der ersten Ernte wurden interne Verkostungen durchgeführt und dokumentiert.

Der Weg in den LEH

Die Favoriten haben schließlich ihren Weg ins Regal gefunden, in dem Fall des „Gärtnergschäftls” im vierten Wiener Gemeindebezirk; dort werden kleine Mengen aus den Versuchen verkauft und so auf die Akzeptanz bei den Kunden getestet.

Dabei wird es aber selbstredend nicht bleiben, denn „unsere Innovationen im Gemüsegeschäft sind in weiterer Folge immer für den LEH bestimmt. Wir testen und entwickeln Produktideen und neue Sortimente im kleinen Rahmen und bringen diese Gemüseinnovationen dann mit dem Kundenfeedback in den LEH”, so LGV-Alleinvorstand Florian Bell.

Heimischer Asia-Import

Als besonderes, botanisches Husarenstück gilt außerdem heuer die erstmalige Kultivierung von Ingwer in heimischen Gefilden. Im Austausch mit Kennern des asiatischen Raums wurde diese Idee geboren, schließlich sei das milde Klima des Seewinkels für diesen Versuch prädestiniert, so die Experten.

Das besondere Mikroklima im burgenländischen Seewinkel bildet dabei die Basis für die Kultivierung des Ingwers. Gemeinsam wurde also Saatgut ausgewählt und ein Anbauversuch mit Gemüsebauer Gerald Kern und seiner Frau Claudia gestartet. Die erste Ernte deutet jedenfalls auf ein vielversprechendes Ergebnis hin.
Anfang Mai wurden Setzlinge im Freiland sowie im Folientunnel angepflanzt. Schmecken wird der burgenländische Gast aus Asien sehr frisch, kombiniert mit angenehmer Schärfe und intensivem Geruch und Geschmack, wobei die weiße Farbe mit einer leichten rötlichen Färbung im Bereich des Stängels aufwartet.
Die erste Ernte wird aller Voraussicht nach Mitte Oktober starten.
„Am Beispiel des Ingwers aus Österreich sieht man, dass LGV-Frischgemüse die Rolle ein­deutig als Innovationsführer im Frischgemüsemarkt sieht. Die Innovationen aus allen Sortimentsbereichen rund um Paprika, Gurken, Paradeiser und sonstige Gemüsesorten sind klare Differenzierungsmöglichkeiten für den Lebensmitteleinzelhandel und ein Geschmackserlebnis für die Kunden”, so Bell dazu.

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