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Ausweitung der kassenfreien Zone © Sounder Bruce/Wikipedia/CC BY-SA 4.0

Beta-PhaseEigentlich hätte der erste Amazon Go bereits vor einem Jahr seine Pforten öffnen sollen – allerdings hat es etwas länger gedauert, bis die Technik die Vielzahl der Kunden verarbeiten konnte.

© Sounder Bruce/Wikipedia/CC BY-SA 4.0

Beta-PhaseEigentlich hätte der erste Amazon Go bereits vor einem Jahr seine Pforten öffnen sollen – allerdings hat es etwas länger gedauert, bis die Technik die Vielzahl der Kunden verarbeiten konnte.

Redaktion 26.01.2018

Ausweitung der kassenfreien Zone

Die Vertriebslinie Amazon Go geht ohne Kassen und mit dutzenden Kameras ausgerüstet an den Start.

SEATTLE. Man mag zu Amazon stehen wie man will, aber an Durchsetzungsdynamik mangelt es dem Online-Handelsriesen offenbar nicht: Entsprechend vorangegangener visionärer Ankündigungen und der dazugehörigen Beta-Version eröffnete diese Woche Amazons erster „regulärer” Amazon Go-Supermarkt ohne Kassen. Dort legen die Käufer Waren direkt in ihre (eigene) Einkaufstasche – und verlassen danach das Geschäft ohne sperrigen Checkout-Zeitverlust. Die Rechnung wird über das Amazon-Konto des Nutzers beglichen, sprich: ohne Amazon Go App geht nichts.

US-Medien berichteten von „Dutzenden und Dutzenden von Kameras” im Store – die registrieren, welche Artikel einer aus dem Regal nimmt und einpackt. Einpacken kann man wie es beliebt, also auch versteckt unter dem Mantel – registriert wird's dennoch.

Der Mensch als 3D-Objekt

Abgesehen von der Big Brother-Kamera-Installation ist jeder Regalboden mit einer Waage versehen. Auch damit werden die jeweils entnommenen Artikel registriert, es ist also nicht nötig, die Ware explizit in die Kameras zu halten. Das System kommt übrigens ohne Gesichtserkennung aus, betont jedenfalls Amazon. Die Menschen würden vom System als „3D-Objekte” wahrgenommen. Zum Aus­checken hält der Ladenbesucher schließlich sein Telefon an eine Schranke.

Das Einkaufserlebnis habe sich wie Ladendiebstahl angefühlt, schrieb die New York Times – zumindest bis wenige Minuten nach Abschluss die Rechnung von Amazon im E-Mail-Postfach landete. Tatsächlich etwas zu stehlen, sei schwierig: Ein Viererpack Softdrink-Dosen, den der New York Times-Reporter noch im Regal in ein Sackerl einwickelte und sich unauffällig unter den Arm klemmte, wurde trotzdem exakt berechnet.
Das Angebot von Amazon Go umfasst Salate, fertige Gerichte, Kochboxen, frische Lebensmittel, Getränke sowie conveniente Snacks, die man ebenso in der Bio-Supermarktkette Whole Foods finden kann, die ebenfalls zu Amazon gehört. Die Preise sind auf Supermarkt-Niveau. Gewohnt konsequent ist die Servicequalität: Gibt es einen Fehler oder ist man unzufrieden mit einem Artikel, wird der Kaufpreis erstattet – ohne dass man die Ware zurückbringen muss. (red)

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