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Bekannte Herkunft © PantherMedia / ake1150sb

Wer „österreichisch” kaufen will, findet bereits ein großes und gut sichtbares Lebensmittel­angebot vor.

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Wer „österreichisch” kaufen will, findet bereits ein großes und gut sichtbares Lebensmittel­angebot vor.

Redaktion 18.03.2022

Bekannte Herkunft

Fachverband der Lebensmittelindustrie: Bei verpackten Lebensmitteln ist Herkunftskennzeichnung längst Realität.

••• Von Georg Sander

WIEN. „Die Herkunftskennzeichnung bei verpackten Lebensmitteln ist längst Realität”, erläutert Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbands der Lebensmittelindustrie, anlässlich jüngster Medienberichte über das Vorhaben der Bundesregierung, noch dieses Jahr auf Betreiben des Landwirtschaftsressorts eine rein nationale Herkunftskennzeichnung nur für österreichische Lebensmittelhersteller einzuführen, in einer Aussendung.

„Das Landwirtschaftsministerium lässt in der öffentlichen Debatte über die nationale Herkunftskennzeichnung regelmäßig unter den Tisch fallen, dass die Angabe der Herkunft bei verpackten Lebensmitteln bereits umfassend von der EU geregelt ist und in der Praxis deklariert wird. Auch dass die EU bereits in wenigen Monaten zusätzliche Vorschriften zur Herkunftskennzeichnung vorlegen wird, bleibt unerwähnt. Damit wird der Eindruck erzeugt, es bestünde eine veritable Rechtslücke. Das ist allerdings nicht richtig. Wir sind verwundert”, stellt Koßdorff die geltende Rechtslage klar.
Es gebe längst EU-weit einheitliche verpflichtende Regelungen zur Angabe der Herkunft bei verpackten Lebensmitteln und weitere würden im Herbst folgen. Mit weiteren Maßnahmen der Regierung, so der Verband, würden die österreichischen Hersteller und ihre Lebensmittel „Made in Austria” gegenüber ihren internationalen Mitbewerbern bewusst geschwächt, welche diese rein nationalen Auflagen und die damit verbundenen Kosten nicht tragen müssen.

Kein Vorteil?

Weiters gelte: Auch für Konsumentinnen und Konsumenten bringt der nationale Alleingang für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei gleichzeitiger Verteuerung der Produkte keinen Vorteil, weil Kennzeichnungen auf verpackten Lebensmitteln dann nicht mehr vergleichbar sein werden. Im Supermarktregal würden importierte, nach EU-Vorgaben gekennzeichnete Waren neben Produkten liegen, die nach den österreichischen Vorgaben deklariert sind. Das AMA-Gütesiegel biete bereits seit mehr als 20 Jahren alles, was politisch gewünscht sei.

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