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Billigfleisch am Grill © APA / dpa/Wolfram Kastl

Die Griller laufen auf Hochtouren – die billigsten Produkte darauf sind laut WWF meistens importiert.

© APA / dpa/Wolfram Kastl

Die Griller laufen auf Hochtouren – die billigsten Produkte darauf sind laut WWF meistens importiert.

Redaktion 17.06.2022

Billigfleisch am Grill

Laut einer aktuellen WWF-Rabattanalyse stammt inzwischen bereits jedes dritte Grillfleisch aus dem Ausland.

WIEN. Die Grillsaison wird immer mehr zur Billigfleischsaison – das zeigt eine aktuelle Rabattanalyse der Umweltschutzorganisation WWF. Diese hat einen Monat lang die Grillsortimente in den Flugblättern von sechs österreichischen Supermarktketten untersucht. Insgesamt wurden im Untersuchungszeitraum 297 Fleischprodukte verbilligt angeboten.

Billige Importware?

Bereits jedes dritte rabattierte Grillfleisch stammte aus dem Ausland – im letzten Jahr war es noch jedes fünfte. Auch die billigsten Produkte in den Prospekten waren importiert, etwa ein Kilo Grillwürstel um 2,99 € und ein Kilo Hendlschenkel um 3 €.

„Angesichts der Klima- und Naturkrise sendet das gleich mehrere falsche Signale aus. Die als Lockmittel eingesetzten Rabatte befeuern den Fleischkonsum auf Kosten des Klimas und der Umwelt. Zusätzlich setzen Billigimporte die heimische Landwirtschaft unter Druck. Den hohen Preis dafür zahlt letztlich die gesamte Gesellschaft”, sagt dazu WWF-Expertin Hannah-Heidi Schindler.



Handel soll umdenken

Der WWF fordert ein Umdenken im Handel und eine Ernährungswende von der Politik. „Die Bundesregierung muss den klimaschädlichen Billigfleisch-Irrsinn eindämmen und im Gegenzug ressourcenschonende Lebensmittel stärker unterstützen. Wir brauchen auf allen Ebenen klimafaire Preise”, so Schindler.

Besonders wichtig dafür sei die verpflichtende Kennzeichnung aller Fleischprodukte nach Herkunft und Tierwohl im Handel und in der Gastronomie. Zusätzlich plädiert der WWF angesichts der Teuerung für ein dauerhaftes Senken der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.
Bei fast allen Angeboten handelt es sich um konventionelle Waren (96%). Biofleisch wird kaum angeboten, und nur jedes zehnte Grillprodukt in den Prospekten ist vegetarisch oder vegan. „Die aktuelle Preispolitik erschwert eine klimafreundliche Entscheidung. Schon jetzt ist der Fleischkonsum drei Mal höher, als von Fachleuten empfohlen”, kritisiert die WWF-Expertin.
Am häufigsten haben die Supermärkte im Untersuchungszeitraum (25.4. bis 23.5.) Schweinefleisch in Aktion angeboten – mit einem Rekordrabatt von 53,9%, gefolgt von Geflügel mit 50% und Rindfleisch mit 36%. (red)

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