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Bummeln oder hetzen?
Redaktion 25.10.2019

Bummeln oder hetzen?

Zwischen Fluchtimpuls und Entschleunigung ist es oft nur ein kleiner Hupfer.

Die Finstere Brille ••• Von Christian Novacek

ENTSCHLEUNIGT. Es hat seine Zeit gebraucht, aber nun ist in mir das Ökobewusstsein erwacht. Es ist zwar nicht ganz austariert, beispielsweise sympathisiere ich immer noch mit Plastiksackerlstudien, die diesen eine akzeptable Ökobilanz zuschreiben, aber immerhin: In Wien fahr ich jetzt mit den Öffis. Was für ein entschleunigtes Lebensgefühl!

Beispielsweise hatte ich diese Woche einen Termin in Kagran, im Saturn Tower. Ehedem mit dem Auto ein Hupfer über die Tangente, 20 Minuten. Jetzt brauch ich schon 20 Minuten allein zur U-Bahn-Station, in Summe dann eine Stunde und 20 Minuten, für eine Richtung. An einem Arbeitstag ist dermaßen gediegene Entschleunigung reinster Luxus, qualitativ schlichtweg eine neue Ebene! Anders ist es am Abend: Der Zug nach „Gumpikirchi” (wie eine Kollegin einst meinen Wohnort verniedlichte) ist nämlich ein „Bummelzug”. Die Heimreise dauert eineinhalb Stunden, und dann noch 20 Minuten Fußmarsch. Zu viel! Denn erstens brauch ich mit dem Auto nur 35 Minuten und zweitens ist der Fluchtimpuls neben dem Entschleunigungsgedanken halt auch nicht nichts. (red)

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