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Burgerpatties aus Buffalowürmern © Raphael Just (2)

Das Burgerpatty unterscheidet sich optisch nur marginal in seiner Struktur; statt aus Fleisch besteht es allerdings aus Buffalowürmern, Champignons, Erbensprotein und Zwiebel.

© Raphael Just (2)

Das Burgerpatty unterscheidet sich optisch nur marginal in seiner Struktur; statt aus Fleisch besteht es allerdings aus Buffalowürmern, Champignons, Erbensprotein und Zwiebel.

Redaktion 22.10.2021

Burgerpatties aus Buffalowürmern

Das Wiener Start-up Zirp Insects bringt Insektenburger in den LEH – möglich macht das ein neuer Rechtsrahmen.

••• Von Paul Hafner


WIEN. Die Welt der Lebensmittel ist eine Welt des Wandels. Innovationsgeist ist der Lebensmittelindustrie inhärent, und auch der LEH fordert und fördert – in den letzten Jahren unter anderem verstärkt mit Start-up-Regalen – ständig Neuheiten jeglicher Art. Von High Protein, über alkoholfreie Spirituosen bis hin zur Entdeckung sogenannter Superfoods und der raffinierten Differenzierung von Fleischalternativen auf Pflanzenbasis – die Supermarktregale zeugen von einer spektakulären Produktvielfalt.

Verhältnismäßig enge Rahmen sind den Herstellern bei den Zutaten gesteckt: Mit Ausnahme von Obst- und Gemüseraritäten bzw. -exoten („Superfoods”) tut sich bei den Urprodukten verhältnismäßig wenig Neues – mit einer großen Ausnahme: Insekten. Die im Mai erfolgte Erstzulassung des Mehlwurms als neuartiges Lebensmittel durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hatte auch eine Anpassung des Rechtsrahmens für die Nutzung aller noch in Zulassung befindlicher Insektenarten als Zutat in verarbeiteten Lebensmitteln zur Folge. Diesen „Gamechanger” machte sich nun das Wiener Start-up Zirp Insects zunutze – und bringt mit seinem Burgerpatty aus Buffalowürmern eine wahrhafte Innovation auf den Markt.


Listung bei Billa

In die Entwicklung des Produkts, das neben Buffalowürmern u.a. auch Champignons und Erbsenprotein enthält, steckten die Entwickler zwei Jahre – Christoph Thomann, Gründer und Geschäftsführer von Zirp Insects, spricht von „aufregender Pionierarbeit”. Die Mühen haben sich bezahlt gemacht – dank einer Listung bei Billa und Billa Plus findet sich das „Eat for Future” getaufte Burgerpatty seit Kurzem in 800 Märkten in Österreich im Tiefkühlregal.

„Insekten eignen sich ausgezeichnet zur Weiterverarbeitung. Sie haben eine dezent-nussige Geschmacksnote und lassen sich vermahlen sehr gut in beliebte Rezepturen integrieren”, erklärt Thomann. Letzten Endes sei der Insektenburger „eine neue, eigene Kategorie, die sich auch geschmacklich von plant-based-Produkten abhebt”.

Pionier seit 2011

Ganz neu sind Insekten im LEH freilich nicht: Billa nahm schon 2018 Produkte des Start-ups in sein Sortiment auf. Die Zulassung als „Novel Food” bringt jedoch mit sich, dass Mehlwürmer nun auch in verarbeiteten Produkten zum Einsatz kommen dürfen.

Gegründet wurde Zirp Insects indes schon 2011 – und setzt sich seither dafür ein, Insekten als nachhaltige und vitaminreiche Proteinquelle für die menschliche Ernährung in Europa zu etablieren.

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