Das Handelsklima stabilisiert sich
© APA/Jakob Langwieser
RETAIL Redaktion 10.07.2026

Das Handelsklima stabilisiert sich

IHaM-Studie ortet „stabile Seitwärtsentwicklung“, ein nachhaltiger Aufschwung lasse aber auf sich warten.

WIEN. Der Gegenwind lässt nach, Rückenwind ist aber noch keiner in Sicht – so lautet das Fazit einer am Dienstag publizierten Halbjahresanalyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) an der JKU Linz. Demnach setzt sich die „merkliche Entspannung“, die sich seit dem 1. Halbjahr 2025 abgezeichnet hat, weiter fort, wenngleich der Saldowert aus positiven und negativen Einschätzungen der Einzelhandelsmanager in Österreich mit –6 Prozentpunkten weiterhin im negativen Bereich verharrt ist.

„Keine nachhaltige Erholung“
Im 2. Halbjahr 2025 haben die befragten Manager die wirtschaftliche Lage in ihrer Branche ähnlich wie im 1. Halbjahr eingeschätzt. Bemerkenswert: Das Einzelhandelsklima in Österreich fiel mit –4 Prozentpunkten erstmals seit dem 1. Halbjahr 2013 etwas besser als im EU-Durchschnitt (–5%P). Im 1. Halbjahr 2026 setzte sich die Seitwärtsentwicklung nun weiter fort – das Einzelhandelsklima liegt im Durchschnitt der EU (–6%P), aber nach wie vor im negativen Bereich.

Der letzte positive Saldowert im österreichischen Einzelhandel datiert mittlerweile auf das 2. Halbjahr 2021 (+4%P). Den niedrigsten Wert der vergangenen Jahre verzeichnete man im coronageprägten 1. Halbjahr 2020 (–30%P, EU-Schnitt: –15%P).

Weil die negativen Einschätzungen der Einzelhandelsmanager weiterhin überwiegen, könne „von einer nachhaltigen Erholung noch keine Rede sein“, folgert Ernst Gittenberger vom IHaM. Die aktuellen Ergebnisse würden „eher für eine Bodenbildung als für einen beginnenden Aufschwung“ sprechen.

Auf Platz 21 von 25
„Der Iran-Konflikt dürfte den bereits fragilen Erholungsprozess zusätzlich gebremst haben“, erklärt Gittenberger, der dennoch von einer „stabilen Entwicklung“ spricht – und auf deutlich bessere Werte als in den Referenzländern Deutschland und Frankreich verweist. Dennoch sei ein Aufschwung im heimischen Einzelhandel „nicht erkennbar“ und der Ausblick der befragten Manager auf das III. Quartal 2026 lasse dies auch „nicht erwarten“, resümiert der Handelsforscher.

Stimmung sei kein Zufall, ergänzt Institutsvorstand Christoph Teller, „sondern Erfahrung im Gegenwind“. Das Einzelhandelsklima sei „ein wertvoller Frühwarnindikator zur wirtschaftlichen Entwicklung der Branche“. Einzelhändler seien tagtäglich mit Kunden im Austausch und würden Veränderungen frühzeitig „spüren“, lange bevor sich diese „statistisch in ‚harten Zahlen‘ manifestieren“.
Eine Entwarnung für den Einzelhandel könne man dennoch nicht geben, „zu verunsichert“ seien die Konsumenten, um Konjunkturimpulse im Handel auszulösen. Folgerichtig findet sich Österreich im Klima-Ranking nur auf Platz 21 von 25. (red)

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