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Dem Zucker geht’s immer mehr ans Eingemachte © Spar/Johannes Brunnbauer
© Spar/Johannes Brunnbauer

Redaktion 10.09.2021

Dem Zucker geht’s immer mehr ans Eingemachte

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres und Spar-Vorstand Markus Kaser sagen „Zucker raus!” aus Kinderprodukten.

••• Von Christian Novacek

WIEN. Den Lebensmitteln für Kinder gehts bei Spar ans süße Eingemachte: „Wir bieten Kindern wie Eltern mit 200 Bio-Artikeln, die ohne Zuckerzusatz auskommen, eine große ernährungswissenschaftlich geprüfte Auswahl an Lebensmitteln an”, erklärt Spar-Vorstand Markus Kaser, Sprecher der „zucker-raus-initiative”. Er führt aus: „Wir müssen bereits unseren Kindern lernen, wie richtige Ernährung geht, und dafür stellen wir jetzt das passende Angebot.”

Der Hintergrund dazu: Jedes vierte Kind in Österreich hat Übergewicht, die Tendenz ist steigend. Laut aktueller Market­agent-Studie, von Spar in Auftrag gegeben, konsumiert nur jedes zweite Kind im Alter von drei und zehn Jahren täglich Obst. Im Durchschnitt ist der Zuckerkonsum von klein auf viel zu hoch.

Zu viel, zu oft

Auch die Wiener Ärztekammer läutet die Alarmglocken: Mehr als 80% der Österreicher würden ein Übermaß an Zucker zu sich nehmen. Die zucker-raus-initiative will daher einen Weg raus aus der Zuckerschwemme aufzeigen, zumindest angebotsseitig.

Zurzeit rückt die gesunde und schmackhafte Kinderernährung in den Fokus. Ein neues Logo von SIPCAN (Special Institute for Preventive Cardiology and Nutrition) soll speziell bei den Spar-Eigenmarken die Orientierung für Eltern und ihren Nachwuchs bieten. Weiters findet sich der Vermerk „ohne Zuckerzusatz” auf vielen Produkten.
Laut der von Marketagent durchgeführten Befragung von mehr als 1.000 Personen zum Ernährungsverhalten in ­Österreich sei der Großteil zwar am Thema interessiert, praktisch kommt man allerdings von frühkindlichen falsch gestellten Ernährungsweichen schwer wieder runter. Ergo brauche es, auch laut Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres, ein gutes und leistbares Angebot an Lebensmitteln ohne zugesetzten Zucker. Da hat nun die zucker-raus-initiative im Kontext ihre Meilensteine gesetzt: „Bereits 47 Partner der zucker-raus-initiative, der Allianz gegen zu viel Zucker, haben insgesamt 12.700 Tonnen seit der Gründung eingespart”, verkündet Kaser stolz. Und: „Seit Anfang 2017 konnten alleine wir bei Spar in unseren Eigenmarkenprodukten über 2.000 Tonnen Zucker reduzieren.” Somit wurde das für Ende 2021 gesetzte Ziel frühzeitig erreicht.

Keine Süßstoffe als Ersatz

Als nicht gering zu schätzender Baustein der Initiative gilt die Devise, dass beim Zuckereinsparen Süßstoffe nicht ins Spiel kommen. „Wir haben den eingesparten Zucker nie durch künstliche Süßstoffe ersetzt und konnten den vollen Geschmack erhalten beziehungsweise die Kundinnen und Kunden den natürlichen, vollen Geschmack erleben lassen, der oft von zu viel Süße überdeckt wird”, erklärt Kaser, der damit vor allem dem Wunsch der Eltern nach Bio-Produkten ohne Zuckerzusatz nachkommt. Allerdings: Zwischen geäußerten Wünschen und Ernährungsverhalten klafft eine Realitätslücke – die mit entsprechenden Zahlen gut gefüllt wird: Die Österreicher nehmen mit 33,1 kg pro Jahr oder rund 91 g pro Tag zu viel Zucker zu sich. Zum Vergleich: Die WHO empfiehlt eine Tagesdosis von 25 bzw. maximal 50 g.

Obwohl zwei Drittel der befragten Eltern angaben, dass ihre Kinder „fast alles” essen würden, sagte nur die Hälfte, ihre Sprösslinge zwischen drei und zehn würden täglich Obst essen. „Bei Gemüse sind es noch weniger – nur etwas über 30 Prozent”, beschreibt Lisa Patek von Marketagent das Dilemma.

Die Frische punktet

Die Thematik hat aber zumindest theoretisch einen hohen Stellenwert: Grundsätzlich achten 95% der Befragten auf die Ernährung ihres Nachwuchses. Wichtig ist dabei die Frische der Produkte (93%), der Vitamin- bzw. Nährstoffgehalt (84%), der Zuckergehalt (82%), die biologische Produktion (74%) und dass die Produkte keinen zugesetzten Zucker enthalten (74%).

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