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Der Bier-Riese hat noch nicht genug © Brau Union Österreich

Innovationsstark: Brau Union-Chefs Markus Liebl und Andreas Stieber.

© Brau Union Österreich

Innovationsstark: Brau Union-Chefs Markus Liebl und Andreas Stieber.

04.03.2016

Der Bier-Riese hat noch nicht genug

Ein kleines, für einen Giganten wie Brau Union Österreich aber feines Plus: Um 0,3 Prozent auf 50,3 Prozent wächst der Marktanteil in 2015.

••• Von Christian Novacek

WIEN/LINZ. Der Biermarkt in ­Österreich ist stabil, und somit ist es auch der Marktführer Brau ­Union Österreich: Im LEH erhöhte die Heineken-Tochter den Marktanteil um 0,3 Prozent auf 50,3 Prozent (lt. Nielsen) – was in Anbetracht der Tatsache, dass gut 60 Prozent des Erlöses (gesamt: 689,4 Mio. €) aus dem Lebensmittelhandel stammen, als erfreulich einzuordnen ist. Weniger erfreulich mag sich für 2016 das Fehlen des Players Zielpunkt auswirken. Brau Union-Chef ­Markus Liebl zeigt dennoch Zuversicht: „Im Dezember haben die anderen Händler das Fehlen von Zielpunkt kompensiert”, resümiert er. Und: „Ich gehe davon aus, dass die Konsumenten einer Biermarke auch treu bleiben, wenn sie die nun bei einem anderen Händler kaufen müssen.” Weiters steht in 2016 eine Fußball-Europameisterschaft an – was neben sportlichen auch bier­affine Aspekte birgt.

Investieren ist angesagt

Auch das Investitionsprogramm wird für die kommenden drei Jahre ambitioniert sein: „Bereits im Vorjahr haben wir mit 64 Mio. Euro um elf Millionen mehr investiert als 2014”, berichtet Liebl. Beispielsweise in eine Biertrebervergärungsanlage in Göss, wodurch diese Brauerei zu 100% CO2-neutral Bier produzieren kann.

Gösser ist – so führt es Marketingdirektor Andreas Stieber aus – der „Erfolgsmotor” der Brau Union. Dafür steht ein starker Marktanteil von 15%. Aber auch die Marke ­Zipfer, die bevorzugt in der Gastro­nomie als Fassbier reüssiert, konnte marktanteilsmäßig mit elf Prozent in die Top Drei der Biermarken vordringen.

Neue Umsatzpotenziale

So weit, so stabil. Aber im Bier­geschäft geht es naturgemäß stets um das Erschließen neuer Absatzquellen. Zwar ist in der Gastronomie die Situation tendenziell unerquicklich (Liebl: „Die bürokratischen Hürden nehmen weiter zu, und ich rechne damit, dass mehr Wirten zusperren”), aber das Thema „Bier untertags” ist noch nicht ausgereizt. „Es gibt noch kein Frühstücksbier, und ich weiß nicht, wann eines kommen wird – aber wir arbeiten daran”, sagt Liebl halb im Scherz unter Verweis darauf, dass die neuen Umsatzpotenziale wohl bei den Krügeln zu finden sind, die vor 18 Uhr gestemmt werden. Die sollten dann bestmöglich alkoholfrei sein – ergo sind alkoholschwache Varianten wie Radler oder alkoholfreie Biere wie das im Vorjahr eingeführte Zipfer Hell alkoholfrei im Trend. „Unser Ziel ist, dass wir den Anteil dieser Gruppe auf 15 Prozent erhöhen”, gibt denn auch Marketing­direktor Stieber eine ambitionierte Marschrichtung vor.

Weiteres Potenzial orten die Bierbrauer abseits des Gerstensafts – beim Cider. Hier soll die internationale Marke Strongbow weiter zulegen, u.a. im LEH im praktischen Dosenformat.

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