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Der Bio-Boom trotzt der Teuerung © AMA/APA/Reither

Präsentierten die Zahlen: Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, Gertraud Grabmann, Obfrau Bio Aus­tria, und Barbara Köcher-Schulz, AMA-Bio-Marketing (v.l.).

© AMA/APA/Reither

Präsentierten die Zahlen: Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing, Gertraud Grabmann, Obfrau Bio Aus­tria, und Barbara Köcher-Schulz, AMA-Bio-Marketing (v.l.).

Redaktion 30.09.2022

Der Bio-Boom trotzt der Teuerung

Die RollAMA-Daten zeigen auch für das erste Halbjahr 2022 eine wertmäßige Steigerung von 2,5 Prozent bei Bio-Ware.

WIEN. Im Vorjahr entfielen mehr als elf Prozent aller im österreichischen LEH gekauften Lebensmittel wertmäßig auf Bio. Die neuesten Zahlen des RollAMA-Haushaltspanels zeigen, dass die Teuerung den Trend allenfalls verlangsamt, nicht aber umkehrt: Für die erste Jahreshälfte 2022 steht eine weitere wertmäßige Steigerung von 2,5% zu Buche; der wertmäßige Bio-Anteil des LEH-Gesamtumsatz lag bei zwölf Prozent und damit sogar über dem Wert des besonders umsatzstarken Vorjahres (11,3%).

LEH macht vier Fünftel aus

Ein Blick auf den Bio-Gesamtmarkt unterstreicht das dynamische Wachstum des Sektors und die Bedeutung des Lebensmitteleinzelhandels: 81% aller Bio-Lebensmittel wurden 2021 über den LEH vertrieben, 14% über den Direktvertrieb und Fachhandel, fünf Prozent entfallen auf die Gastronomie. „Insgesamt machte der LEH im Vorjahr mit Bio-Frischwaren – ohne Brot und Gebäck – Umsätze im Wert von knapp 800 Mio. Euro”, erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA Marketing. „Die Zahlen des ersten Halbjahrs 2022, wo wir bei 431 Mio. Euro und einem Plus von 2,5 Prozent stehen, lassen darauf hoffen, dass sich der bis 2021 dynamisch gewachsene Bio-Markt weiter gut entwickelt.”

Teuerung fällt geringer aus

„Die aktuell angespannte Situation in Bezug auf allgemeine Teuerungen hat der Beliebtheit von Bio-Lebensmitteln keinen Abbruch getan”, ergänzt Gertraud Grabmann, Obfrau von Bio Austria.

Darüber hinaus habe sich Bio in der Teuerungswelle für die Konsumenten bisher „als preisstabilisierender Faktor im Lebensmittelbereich” erwiesen. Einem Preisanstieg von durchschnittlich 7,8% beim Verkaufspreis von konventionellen Lebensmitteln steht im ersten Halbjahr ein Anstieg von 3,5% bei Bio-Lebensmitteln gegenüber. Grabmann: „Das bewirkt, dass der Preisunterschied zwischen Bio- und konventionellen Lebensmitteln im Regal weiter abnimmt. Und dies erleichtert vielen Konsumentinnen und Konsumenten den Griff zu Bio zusätzlich.”

Fast jeder kauft Bio

Gemäß RollAMA-Daten kaufte nahezu jeder Haushalt in Österreich zwischen Jänner und Juni 2022 mindestens ein Mal ein Bio-Produkt – das zeigt die Käuferreichweite von 97%. Die Frequenz der Einkäufe ging leicht zurück, und die Kaufgewohnheiten passen sich langsam einem Vor-Corona-Niveau an; dennoch landeten insgesamt fast 31 kg Bio-Lebensmittel in den Einkaufswägen.

Den höchsten Bio-Anteil im LEH verbuchen 2022 die Sortimente Milch und Naturjoghurt; einen Rückgang gab es nur bei Erdäpfeln und Eiern. (red)

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