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Die Puppe hört alles © Genesis Toys

Zu Weihnachten sollte es eher keine Puppe mit Internetverbindung werden: sie kann die Kleinen ausspionieren.

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Zu Weihnachten sollte es eher keine Puppe mit Internetverbindung werden: sie kann die Kleinen ausspionieren.

Redaktion 09.12.2016

Die Puppe hört alles

Verbraucherschützer warnen vor Puppen mit Internet­verbindung, da sich Dritte problemlos einhacken können.

WIEN. Wer gerade am Überlegen ist, was er oder sie seinen Kindern, Enkelkindern, Nichten und Neffen zu Weihnachten schenkt, ist mit dieser Geschichte gut beraten – zumindest hinsichtlich jener Geschenksideen, die es besser nicht werden sollten. Verbraucherschützer warnen derzeit vor Spielzeug(puppen) mit Internetverbindung; diese hätten Sicherheitslücken, die es Dritten ermöglichen, sich mehr oder weniger problemlos mittels Bluetooth-Funkverbindung mit den Kleinen zu unterhalten.

Cayla ist keine gute Freundin

Wie der europäische Verbraucherverband Beuc verlauten lässt, seien u.a. die Puppe „My Friend Cayla” und der Roboter „i-Que” betroffen. Kinder können Cayla Fragen stellen, die von einer speziellen App in Text umgewandelt werden. Anschließend wird im Internet eine Antwort gesucht, die die Puppe an die Kinder weitergibt. Ein weiterer Kritikpunkt der Konsumentenschützer: Alles, was Kinder den Puppen erzählen, wird an eine US-Firma weitergereicht, die auf Spracherkennung spezialisiert ist. Die Daten können auch an Dritte weitergegeben und für Werbezwecke genutzt werden. Zudem seien die Produkte auf Schleichwerbung programmiert. Cayla schwärmt beispielsweise u.a. von Disneyfilmen. Verbraucherverbände in Norwegen, Frankreich, Schweden, Griechenland, Belgien, Irland und den Niederlanden wollen laut Beuc Beschwerde bei nationalen Verbraucherschutz- oder Datenschutzbehörden einreichen. Auch der Verein für Konsumenteninformation überlegt rechtliche Schritte. Beuc wendet sich an die EU-Kommission und das europäische Gremium nationaler Datenschützer. (nn)

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