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Die Tücken der Essensrettung © Thomas Topf

Die Tafeln arbeiten zum Gutteil mit ehrenamtlichen Mitarbeitern. Sie fordern „erfüllbare und sinnvolle Rahmenbedingungen” zwecks leichterer Weitergabe.

© Thomas Topf

Die Tafeln arbeiten zum Gutteil mit ehrenamtlichen Mitarbeitern. Sie fordern „erfüllbare und sinnvolle Rahmenbedingungen” zwecks leichterer Weitergabe.

Redaktion 04.06.2021

Die Tücken der Essensrettung

Die Wiener Tafel fordert eine (juristische) Neubewertung der Lebensmittelweitergabe.

WIEN. Lebensmittelrettung ist in Österreich längst kein Nischenthema mehr. Davon zeugt die Vielfalt an Vereinen und Gruppen zum Thema, die wachsende Popularität von Initiativen wie „Too Good To Go” oder „Lebensmittel sind kostbar”, die Zahl der Händler, die sich an solchen Aktionen beteiligen, das gesellschaftliche Bewusstsein und nicht zuletzt die regelmäßigen Berichte des Nachhaltigkeitsministeriums, die Österreich als Vorzeigeland in puncto Lebensmittelspenden ausweisen.

Dennoch wandern auch hierzulande laut Rechnungshofbericht 790.790 t an vermeidbaren Lebensmittelabfällen jährlich in den Müll. Alexandra Gruber, Geschäftsführerin der Wiener Tafel und Obfrau des Verbands der österreichischen Tafeln, fordert daher eine „gesellschaftliche und rechtliche Neubewertung der Weitergabe von Lebensmitteln” – um damit die Lebensmittelweitergabe an soziale Organisationen im Sinne einer effektiven Lebensmittelabfallvermeidung zu erleichtern.

Hintergrund

Gespendete Lebensmittel müssten aktuell strenge lebensmittelrechtliche Bestimmungen erfüllen; so müssen etwa bei gespendeten Backwaren eine vollständige Allergenliste erstellt, bei Obst und Gemüse eine vollständige Information nach der Vermarktungsnorm geführt und bei der Sortierung dieselben Hygieneauflagen erfüllt werden wie in einer Krankenhausküche.

„Damit wir als gemeinnützige Organisationen unsere Arbeit gut machen können, brauchen wir erfüllbare und sinnvolle Rahmenbedingungen”, so Gruber. Man arbeite zu einem großen Teil mit ehrenamtlichen Mitarbeiterm und sei von Spenden abhängig. „Uns mit gewinnorientierten Lebensmittelunternehmen in einen Topf zu werfen, macht keinen Sinn.” (red)

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