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Digitales Potenzial © APA/AFP/Nicolas Tucat
© APA/AFP/Nicolas Tucat

Redaktion 13.12.2019

Digitales Potenzial

Advicum ortet digitalen Nachholbedarf im österreichischen Einzelhandel – von Chatbots über VR bis hin zu AR.

WIEN. Weihnachtsausgaben von 450 bis 500 € pro Kopf, davon neun Zehntel im stationären Einzelhandel: Das bedeutet im europäischen Weihnachtsgeschenke-Vergleich in Europa Platz 3 hinter Großbritannien und Spanien. Und doch mahnt das Wiener Beratungs- und Investmentunternehmen Advicum zur Umsicht: Österreichs Retailer treiben die Digitalisierung ihres Kerngeschäfts nicht rasch genug voran und drohen, den Anschluss zu verlieren.

Onlineshops ausbaufähig

„Um im E-Commerce erfolgreich zu sein, ist eine mobile Endoptimierung für alle gängigen Geräte wie Smartphones und Tablets heute Pflicht”, betont Advicum-Berater Florian Bernhard. Immerhin sei die Zahl der „Smartphone Shopper” 2019 erstmals auf über zwei Mrd. angestiegen – während hingegen eine Vielzahl der mobilen Online-Shops „gelinde gesagt noch ausbaufähig” sei.

Mit einer optimierten Customer Experience könne man die Absprungsquote (Bounce Rate) senken und somit die Abschlussquote (Conversion Rate) erhöhen – ob in einem Onlineshop gekauft wird, ist häufig eine Frage, wie sehr dem Kunden entgegengekommen wird.
Ein anderes Thema, wo heimische Unternehmen nach Ansicht von Advicum-Berater Andreas Kornberger nachhinken, sind Chatbots. Ihre Programmierung sei „heute bei Weitem weniger komplex”, ihre Funktionalität „längst nicht mehr so eingeschränkt” – dank Natural Language Processing (NLP) und Machine Learning böten Chatbots eine Chance zur „massiven Verbesserung der Kundenerfahrung und zur Reduktion des Serviceaufwands in Unternehmen” – eine Chance, die nur wenige der heimischen Retailer nützen, meint Kornberger.

Lücken bei VR & AR-Angebot

Auch die international vielfach genutzten Technologien ­Virtual Reality (VR) und Augmented ­Reality (AR) würden hierzulande größtenteils ignoriert; lediglich Bipa und Hervis hätten sich bisher in ausgewählten Stores daran erprobt.

Weiter sei diesbezüglich zum Beispiel der US-Einzelhändler Walmart, der Kunden daheim mit VR-Brille und Sensor-Handschuhen ausstattet und ihnen einen virtuellen Showroom für die Online-Bestellung liefert. (haf)

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