Digitalisierungs-Exzess
RETAIL Christian Novacek 09.12.2016

Digitalisierungs-Exzess

Amazon eröffnet mit Amazon Go den Lebensmittel-Store ohne Personal. Das braucht’s irgendwie nicht.

Die Finstere Brille ••• Von Christian Novacek

 

GIANT STEPS. Was Lebensmittel betrifft, hatte bisher keiner so wirklich Angst vor Amazon. Dass der Online-Riese mit dem Versenden von frischen Lebensmitteln wirklich punkten würde – diese Annahme hat gut getaugt, um eigene, verwegene Online-Strategien zu rechtfertigen, aber vom wahren Glauben an ein erfolgreiches Reüssieren bei Amazon war das meiner Meinung nach nicht geprägt.

Lebensmittel to go

Jetzt könnte mal wieder alles anders werden. Amazon hat erkannt, dass der Lebensmittelversand nicht den superen Reibach bringt und überdies mehr Know-how erfordert, als Bücher oder CDs zu verschicken – zumal man die auch ungekühlt auf den Weg bringen kann. Indes: Der Rückzug aus einem Geschäftsfeld kommt für einen Koloss, sobald er mal in Bewegung ist, naturgemäß nicht infrage. Ergo die Flucht nach vorn: Lebensmittel-Stores, die den Digitalisierungsgedanken zum Exzess treiben, wo es keine Kassen und schon gar kein Personal gibt. Ob der heimische LEH so was jemals nachmachen will, bleibt fraglich. Derweil denk ich mir, dass, so lange Amazon Begriffe kommuniziert wie „Computer-Fusion”, „Deep Learning Algorithms” und „Sensor- Fusion”, die Gefahr relativ gering ist.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL