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Ein Koffeinkick für die Autoindustrie © Ford

Starke Kooperationspartner: Debbie Mielewski (Ford Senior Technical Leader, Sustainability and Emerging Materials Research Team) mit Ian Olson (Senior Director, Global Sustainability, McDonald’s)

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Starke Kooperationspartner: Debbie Mielewski (Ford Senior Technical Leader, Sustainability and Emerging Materials Research Team) mit Ian Olson (Senior Director, Global Sustainability, McDonald’s)

Redaktion 13.12.2019

Ein Koffeinkick für die Autoindustrie

McDonald’s und Ford haben eine Kooperation beschlossen, bei der geröstete Kaffeebohnen in Fahrzeugteilen neue Verwendung finden.

WIEN. Beim industriellen Kaffeerösten fallen große Mengen an Schalen an. Bis vor Kurzem noch weggeschmissen oder allenfalls zu Tierfutter verarbeitet, rücken McDonald’s und Ford das unvermutete Potenzial der nur vermeintlich wertlosen getrockneten Haut der Kaffeebohnen in den Fokus – und lassen diese künftig beim Autobau zum Einsatz kommen.

Die kürzlich verkündete Kooperation sieht vor, dass McDonald’s einen erheblichen Anteil seiner anfallenden Kaffeespreu in Nordamerika an Ford weiterleitet, das die Schalen der Kaffeebohnen bei der Produktion von Autoteilen wie Scheinwerfergehäusen verarbeitet.

Effizientes Recycling

„Wie McDonald’s ist auch Ford bestrebt, die Verschwendung zu minimieren, und wir sind immer auf der Suche nach innovativen Wegen, um dieses Ziel zu erreichen”, erklärt Ian Olson, Senior Director, Global Sustainability, McDonald’s. Die Nutzung von Kaffee-Reststoffen als Ressource zeige, „wie Unternehmen gemeinsam innovatives Recycling betreiben können”.

Durch starke Erwärmung bei niedrigem Sauerstoffgehalt lassen sich die Reststoffe der Kaffeebohnen mit Kunststoff und anderen Additiven vermischen und in Pellets umwandeln, die ihrerseits in verschiedene Formen gebracht werden können.
Seitens Ford heißt es, dass dieses Verbundmaterial nicht nur die Qualitätsforderungen für einzelne Gehäuseteile erfülle, sondern auch eine Gewichtseinsparung von bis zu 20% sowie eine Energiereduktion von 25% während des Formprozesses mit sich bringe.
Neben McDonald’s und Ford sind in dem Nachhaltigkeits­projekt noch zwei weitere Unter­nehmen involviert: ­Varroc Lighting Systems liefert die Scheinwerfer, Competitive Green Technologies verarbeitet die Kaffee-Rest­stoffe.

Nachhaltigkeit überzeugt

„McDonald’s Engagement für ­Innovationen hat uns beeindruckt und entsprach unseren eigenen Vorstellungen von nachhaltigem Handeln”, so Debbie Mielewski, Ford Senior Technical Leader, Sustainability and Emerging Materials Research Team.

Die Kooperation sei ein „exzellentes Beispiel für eine wirtschaftlich sinnvolle Kooperation, bei der Materialien branchenübergreifend genutzt werden, die sonst Neben- oder Abfallprodukte wären.”

McDonald’s Österreich hatte im Mai sein neues Konzept der „Machhaltigkeit” präsentiert, mit dem konkrete Maßnahmen in der Vordergrund gerückt werden sollen. So ist geplant, dass Restaurant-Verpackungen bis 2025 vollständig aus erneuerbaren, recycelten und zertifizierten Quellen bezogen werden. Außerdem entwickelt der Fast-Food-Riese einen recycelbaren beziehungsweise kompostierbaren Trinkbecher.
Die Bemühungen sind Teil der sogenannten Scale for Good-Initiative, dem globalen Nachhaltigkeitsprogramm des Konzerns. Wie seitens McDonald’s und Ford bekräftigt, ist geplant, auch weitere Möglichkeiten zur gemeinsamen Nutzung von Reststoffen als Ressource und damit zu weiteren Kooperationen zu erkunden. (haf)

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