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Ein Straßenfeger © dpa/dpaweb/dpa/A9999 Carsten Bredhauer

Leere Einkaufsstraßen, weil mehr online geshoppt wird: Laut HDE-Studie kaufen 28% der Befragten am liebsten im Internet ein.

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Leere Einkaufsstraßen, weil mehr online geshoppt wird: Laut HDE-Studie kaufen 28% der Befragten am liebsten im Internet ein.

Redaktion 24.05.2019

Ein Straßenfeger

Online-Handel kannibalisiert die Einkaufsstraßen in Deutschland, vor allem im Modehandel.

BERLIN. Der Online-Handel boomt, Einkaufsstraßen darben – in Deutschland jedenfalls, in Österreich in abgemilderter Form. Grund: Immer mehr Verbraucher sparen sich den Weg in die Innenstädte und geben ihr Geld lieber im Internet aus.

Besonders der Modehandel, Elektronikanbieter und Einrichtungshäuser in den Einkaufsstraßen und Shoppingcentern leiden unter der Abwanderung der Kunden. Das geht aus dem diese Woche veröffentlichten „Online-Monitor 2019” des deutschen Handelsverbands HDE hervor.
„In den Branchen Fashion, Consumer Electronics und Wohnen kannibalisiert der Online-Handel zunehmend den stationären Handel offline”, heißt es in der Studie. Beispiel Mode: Im vergangenen Jahr gaben die Deutschen laut HDE im Internet rund 13,2 Mrd. € für Kleider, Jeans, Schuhe und Accessoires aus – eine Mrd. € mehr als im Vorjahr.
Dieser Zuwachs ging zulasten der stationären Händler. Denn bei ihnen fehlten am Ende im Jahresvergleich rund 1,1 Mrd. € in der Kassa, was einem Rückgang von 3,1% entspricht.
Noch schlimmer war die Situation im stationären Elektrohandel: Da gingen die Umsätze sogar um 4,3% zurück. Nach Umsatz gerechnet, werden inzwischen laut HDE fast ein Drittel der Einkäufe von Elektrogeräten (31%) und mehr als ein Viertel aller Modeeinkäufe (27,7%) online erledigt – Tendenz steigend.

Branchen gehen online

Der Online-Handel erobert flugs weitere Branchen. So mussten die stationären Wohn- und Einrichtungshäuser 2018 Umsatzeinbußen von rund 1,4 Mrd. € (-4,3%) hinnehmen. Gewinner war auch hier die Online-Konkurrenz mit einem Umsatzplus von zehn Prozent.

Dabei wuchs der Online-Handel laut HDE 2018 mit 9,1% diesmal sogar etwas schwächer als erwartet. Doch für die Händler in den Innenstädten war das kaum ein Trost. Denn trotzdem hatten die Onlineanbieter am Ende mehr als 4,4 Mrd. € mehr in der Kassa als im Vorjahr. Insgesamt kauften die Deutschen für mehr als 53 Mrd. € im Internet ein.
Und ein Ende des Online-Booms ist laut der Studie nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der E-Commerce erobert ständig neue Branchen, aktuell etwa das Heimwerken. (red)

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