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Eine Perspektive für den Herbst © APA/Robert Jäger

MedUni-Vize­rektor Oswald Wagner, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Gesundheits­minister Wolfgang Mückstein und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (v.r.) bei der Verkündung des Plans.

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MedUni-Vize­rektor Oswald Wagner, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Gesundheits­minister Wolfgang Mückstein und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (v.r.) bei der Verkündung des Plans.

Redaktion 10.09.2021

Eine Perspektive für den Herbst

Der neue Drei-Stufen-Plan zur Pandemiebekämpfung verspricht Planungssicherheit. Der Handel ist zufrieden.

••• Von Paul Hafner

WIEN. Nach der Lockerung der Maskenpflicht im Juni kommt es rund drei Monate später wieder zu einer Verschärfung: Ab kommendem Mittwoch, 15. September 2021, herrscht überall dort, wo aktuell ein MNS getragen werden muss, wieder die FFP2-Maskenpflicht. Aus Sicht des Handels betrifft das in Wien sämtliche Geschäfte, in Rest­österreich nur Geschäfte des täglichen Bedarfs.

Neben einer Einführung der 3-G-Regel bei Veranstaltungen ab 25 Personen und einer Reduktion der Gültigkeit von Antigen-Tests auf 24 Stunden verkündete die Bundesregierung darüber hinaus „verschärfte Kontrollen der geltenden Maßnahmen” und empfahl das Tragen von FFP2-Masken auch im Non-Food-Handel. Für Ungeimpfte bleibt es nicht bei einer Empfehlung: Sie müssen künftig generell im Handel eine Maske tragen.

Keine Lockdowns mehr

Einem neuerlichen Lockdown für alle wurde indes eine klare Absage erteilt; stattdessen treten im Falle weiter zunehmender Belegung der Intensivkapazitäten Maßnahmen in Kraft, von der nur Geimpfte und Genesene ausgenommen sind: Steigt die Auslastung etwa über 20%, können sich Ungeimpfte überall, wo „3-G” gilt, nur noch mit PCR-Test Zutritt verschaffen.

WK-Handelsobmann Rainer Trefelik zeigte sich ob des Ausbleibens härterer Maßnahmen erleichtert: „Wir freuen uns, dass mit Ausnahme des Lebensmittelhandels die FFP2-Maskenpflicht im Handel österreichweit nur für Ungeimpfte eingeführt wird.”
Auch Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will begrüßte die „Planungssicherheit”, die der Drei-Stufen-Plan mit sich bringe, gab sich von der Einführung der FFP2-Maskenpflichte für Ungeimpfte aber „überrascht”, da „der Handel nachweislich kein Hotspot” sei.Man werde die Maßnahme „gezwungenermaßen mittragen”, die (stichprobenartige) Kontrolle obliege aber jedenfalls der Exekutive – den Handelsmitarbeitern sei diese in Anbetracht von „vier Millionen Shoppern täglich” unter keinen Umständen zumutbar.

Die Maske fällt (nicht)

Verschiedenartige Kritik seitens der Oppositionsparteien richtete sich vor allem an die FFP2-Maskenpflicht für Ungeimpfte im Handel: Neos-Gesundheitssprecher Gerald Loacker zweifelte wie Will etwa deren Überprüfbarkeit an, FPÖ-Parteichef Herbert Kickl sah in der Einführung des FFP-„Maskenzwangs” eine „Brandmarkung für Ungeimpfte”.

Von Letzerer kann zumindest in der Bundeshauptstadt keine Rede sein; dort werden angesichts der allgemeinen Maskenpflicht im Handel weiter keine Rückschlüsse auf Impfwilligkeit möglich sein. Umgekehrt dürfte man im Non-Food-Handel in den Ländern weiter freiwillig maskierte Geimpfte antreffen, die der Logik folgend nun ihrerseits Gefahr laufen dürften, für impf­unwillig (und daher „maskenpflichtig”) gehalten zu werden.
Mehr Aufmerksamkeit dürften indes niederschwellige Impf-Angebote in Supermärkten und Shoppingcentern erfahren – verkündet wurde sowohl ein Ausbau der Angebote als auch deren Bewerbung.

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