Eine virtuelle Bühne für Händler
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Bereits im Juni hatten Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und WKO-Präsident Harald Mahrer die Schaffung der Online-Plattform angekündigt.
RETAIL Redaktion 04.12.2020

Eine virtuelle Bühne für Händler

Am Montag fiel der Startschuss für „Kaufhaus Österreich”. Die digitale Plattform will heimische Betriebe unterstützen.

WIEN. Rund neun Monate nach dem Ausbruch der Coronakrise ist das von Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer ins Leben gerufene Projekt „Kaufhaus Österreich” samt begleitender Kampagne Anfang Dezember 2020 an den Start gegangen. Erklärtes Ziel: den heimischen Händlern mehr Sichtbarkeit im Netz geben – und damit den Kaufkraftabfluss ins Ausland reduzieren.

Keine Amazon-Konkurrenz

Ein „durchaus positives Signal”, befindet der Handelsverband in einer Aussendung – mit exemplarischem Verweis auf drei ähnlich konzipierte, privatwirtschaftliche Plattformen, die seit März online sind: die Onlineshop-Fibel der Wochenzeitung Falter, die Suchmaschine anna-kauft.at und die Ladenliste der Aktivistin Nunu Kaller (liste.nunukaller.com).

Auf kaufhaus.at führt der Handelsverband auch selbst ein 5.000 Webshops umfassendes Verzeichnis.
Kaufhaus Österreich sei „keine Kopie von Amazon, das ist auch nicht unser Ziel”, erklärte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in einer Pressekonferenz gemeinsam mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer. Unter den rd. 1.000 Listungen finden sich auch die österreichischen Internet-Marktplätze und Händlerplattformen shöpping.at und myProduct.at. Mahrer erwartet bis Mitte 2021 „einige Tausend Händler” an Bord.
Um von Kaufhaus Österreich maximal zu profitieren, bietet der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) in der WKÖ dabei allen österreichischen Unternehmen Unterstützung bei der Gestaltung des Online-Auftritts: „Wie wichtig es ist, das Online-Geschäft zu stärken, haben wir dieses Jahr deutlich gesehen. Das gilt für Betriebe quer durch alle Branchen. Das Kaufhaus Österreich kommt für die Wirtschaft damit genau recht. Und unsere Mitgliedsbetriebe stehen mehr denn je bereit, die heimischen Unternehmen mit ihrem Expertenwissen aktiv beim gelungenen Online-Auftritt zu unterstützen”, unterstreicht UBIT-Obmann Alfred Harl die Expertise und jahrzehntelange Erfahrung der IT-Dienstleister sowie der Unternehmensberater des Fachverbands UBIT.

Reaktionen

Auch Häme und Kritik für das 627.000 €-Projekt ließen indes nicht lange auf sich warten: In Sozialen Medien und Zeitungen wurde die Nutzerfreundlichkeit kritisiert und der Sinn des Onlinehändlerverzeichnisses hinterfragt; das Ministerium versprach „umgehende Verbesserungsmaßnahmen”. (red)

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