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Euphorie und Apathie
Redaktion 15.04.2022

Euphorie und Apathie

Ich freu mich, wenn die Stones nach Wien kommen, aber wegen Corona fürchten tu ich mich auch.

Die Finstere Brille ••• Von Christian Novacek

LOTTERIE. Statt der Impflotterie kommt mir das Leben derzeit mehr nach Covid-Lotterie vor. Mein Nachbar fährt regelmäßig mit den Öffis und kriegts nicht, die dicke Tante Gerti kommt nach einer OP zwei Monate nicht aus dem Häuschen raus und ist positiv. Die einen sagen, das Virus kommt im Wohnzimmer aus dem Kamin, die anderen meinen, vorher hat es im LEH nach einer Mitfahrgelegenheit gesucht. Wer weiß da was?

Strategien gegen die Verbreitung als sinnlos abzutun, ist somit irgendwie naheliegend und scheint fast als segensvoller Ausweg. Aber ein bissel fürchten tu ich mich doch, wenn das Virus quasi freie Fahrt bekommt. Weil vulnerabel bin ich auch, wiewohl es sicher Vulnerablere gibt. Und ganz gewiss rettet einen nicht die Apathie vor einem schweren Verlauf. Trotzdem meine ich, dass man den Mitarbeitern im LEH die Maske wegnehmen kann. Die sind lang genug leidgeprüft und haben ihrem Leid entsprechend die Maske eh schon recht traurig aufgehabt.

Griffiger wäre, die Mitarbeiter regelmäßig zu testen. Hingegen betrachte ich die Maskenpflicht für Kunden im Lebensmittelgeschäft als zumutbar – nicht nur wegen der Kürze des Einkaufs, sondern auch, um die Mitarbeiter im LEH zu schützen.

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