Fleisch und Wurst mit ökologischem Benefit
© Berger Schinken (2)
Rudolf Berger sieht sein Unternehmen mit vielen ­Herausforderungen konfrontiert, vertraut aber darauf, dass der Familienbetrieb die Krise gut übersteht.
RETAIL Redaktion 04.12.2020

Fleisch und Wurst mit ökologischem Benefit

Berger Schinken vertraut auf die Resilienz seines Betriebs und setzt mit den neuen Tierwohl-Produkten ein Zeichen.

SIEGHARTSKIRCHEN. Als 130-jähriges Unternehmen zeigt sich Berger Schinken zuversichtlich, auch diese Krise zu überstehen. „Gerade als Familie sind wir hier resilient, agieren mit Augenmaß und vorausschauend. Die Welt hat uns noch nie so klar aufgezeigt wie heute, wie verbunden wir alle miteinander sind”, sagt Rudolf Berger, Geschäftsführer Berger Schinken.

„Unsere Vernetzung rund um den Globus war noch nie so stark spürbar wie heute. Wenn plötzlich Waren oder Lebensmittel sowie Arbeitskräfte wegfallen, merken wir, wie verletzlich wir sind und wie wichtig es ist, dass Österreich eine funktionierende Lebensmittelproduktion hat.”

Tierwohl-Produkte

Während des ersten Lockdowns haben viel mehr Konsumenten auf vorverpackten Produkte zurückgegriffen, sagt Berger. „Die SB-Packungen punkten durch die Hygiene und längere Haltbarkeit. Aufgrund von Corona und den Einschränkungen kam es in den ersten Monaten nach dem Shutdown – also Ende März, April und Mai – zu einer konsumentenseitigen Verunsicherung und somit zu einer großen Zurückhaltung an der Feinkosttheke. Im gleichen Zeitraum stiegen die Umsätze im SB-Regal. Mittlerweile hat sich die Situation wieder beruhigt.”

Aktuell bemerkt das Unternehmen eine verstärkte Nachfrage nach Produkten „mit Benefit” – sprich Produkte, die aus biologischen oder regionalen Rohstoffen produziert wurden und beispielsweise durch die gentechnikfreie Fütterung der Tiere hervorstechen.
Erst vor Kurzem brachte Berger Schinken erstmals Tierwohl-Produkte unter der Marke Berger auf den Markt. Den Start machen vier verschiedene Produkte sowie Frischfleisch – erhältlich sind die Produkte bei Metro und in den eigenen fünf Berger-Filialen. Den Tierwohl-Rohstoff liefern Schweinemäster aus der Region.
Die Bauernfamilien aus Niederösterreich setzen dabei auf tierfreundliche, neue Haltungsformen. „Das strategische Ziel lautet, entsprechende Aktivitäten gemeinsam mit den Zulieferern auszubauen. Das setzt allerdings ein Commitment seitens des Handels und entsprechende Einkaufsentscheidungen seitens der Konsumenten voraus”, sagt Berger.

Über der Norm

Als Kriterien wurden ein doppelt so großes Flächenangebot pro Tier, die Trennung von Liege- und Aktivitätsbereich, kein Vollspaltenboden, weiche Stroh-Einstreu, die Möglichkeit zum Auslauf, Verzicht auf Schwanzkupieren sowie Kastration unter Narkose definiert. Berger: „Diese Kriterien liegen weit über der gesetzlichen Norm. Berger Schinken gibt den Bauern Abnahmegarantien und verpflichtet sich, einen höheren Preis pro Kilogramm zu zahlen.” (dp)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL