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Flexibilität und Innovationen sind die Treiber, mit denen Peek & Cloppenburg dem veränderten Einkaufsverhalten der Menschen begegnet © Peek & Cloppenburg

Peek & Cloppenburg Wien, Kärntnerstrasse

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Peek & Cloppenburg Wien, Kärntnerstrasse

Redaktion 03.12.2019

Flexibilität und Innovationen sind die Treiber, mit denen Peek & Cloppenburg dem veränderten Einkaufsverhalten der Menschen begegnet

Die Konzepte für mehr Kundenzufriedenheit, Optimierung des Online- und Offline-Angebotes und neues Kundenkartenprogramm im Frühjahr.

WIEN. Der Omnichannel-Händler reagiert auf den Wandel in der Branche mit eigenen Konzepten, um sowohl stationär als auch online die Bedürfnisse seiner Kunden zu erfüllen. Nachdem das Modeunternehmen in der letzten Zeit zahlreiche Projekte umgesetzt hat, um den Kunden optimale Einkaufserlebnisse zu ermöglichen, kann es auf ein stabiles Gesamtergebnis im Jahr 2018 schauen. Auch 2019 ist der Multimarkenhändler seiner Strategie treu geblieben und fokussierte auf Omnichannel, Expansion in Osteuropa und Kundenorientierung. Für 2020 sind weitere Maßnahmen wie ein erweitertes Online-Sortiment und ein neues Kundenkartenprogramm zur Steigerung der Kundenzufriedenheit geplant.

Ergebnisse im Geschäftsjahr 2018
Die Peek & Cloppenburg Gruppe mit Konzernzentralen in Düsseldorf und Wien war im Geschäftsjahr 2018 in 15 Ländern mit 141 Verkaufshäusern präsent. In einem herausfordernden Marktumfeld erreichte die Peek & Cloppenburg KG, Düsseldorf, mit 1.452 Millionen Euro Umsatzerlösen (netto) annähernd das Vorjahresniveau von 1.490 Millionen Euro. Mit einer EBITDA-Marge von 5,4 Prozent lag 2018 das EBITDA bei 78 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote ist mit 46 Prozent unverändert hoch. Im vergangenen Jahr waren bei der Peek & Cloppenburg KG, Düsseldorf durchschnittlich etwa 12.300 Mitarbeiter beschäftigt.

Bei der Peek & Cloppenburg KG, Wien, setzt sich der Wachstumskurs fort. Mit Umsatzerlösen (netto) von 761 Millionen Euro konnte sie ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Mit einer durchschnittlichen Anzahl von 3.700 blieb die Mitarbeiterzahl nahezu unverändert. Ein entscheidender Faktor für die positiven Entwicklungen ist das weiterhin sehr gut laufende Geschäft in Osteuropa. Hier erzielt Peek & Cloppenburg profitables Wachstum. Der Geschäftsverlauf im Jahr 2019 ist positiv zu bewerten. Das Unternehmen erwartet einen erfolgreichen Jahresabschluss bei ähnlichen Umsatztendenzen wie 2018.

Expansion und Modernisierungen
Im kommenden Jahr wird Peek & Cloppenburg Verkaufshäuser in Tallinn und Belgrad eröffnen und damit seine internationalen Aktivitäten auf 17 Länder ausweiten. Weitere Eröffnungen in osteuropäischen Märkten sind geplant. Auch in Deutschland wird das Unternehmen im Herbst 2020 zwei neue Verkaufshäuser in Bocholt und Berlin-Tegel präsentieren. Es wurden zudem in 2019 vier der 13 P&C-Standorte in Österreich (Linz, Wien, Vösendorf und Klagenfurt) modernisiert, sowie in Osteuropa drei neue Standorte in Rumänien (Timisoara, Cluj) und Kroatien (Zagreb) eröffnet und vier Standorte in Lettland (Riga), Slowenien (Maribor, Ljubljana) und Rumänien (Bukarest) modernisiert.

Konzepte zur optimierten Warenverfügbarkeit
Auf den Wandel in der Modeindustrie antwortet Peek & Cloppenburg unter anderem mit Aktivitäten zur Optimierung der Warenverfügbarkeit im stationären Handel. Nachdem das Unternehmen beispielsweise die zentrale Nachschubfunktion anhand von ausgewählten Marken und Produkten getestet hat, wird das Konzept nun in größerem Umfang mit mehr Lieferanten in Deutschland sowie in einigen osteuropäischen Märkten ausgerollt. Die bedarfsgerechte Steuerung der Ware, die den Kundenwünschen in Zeiten des Onlineshoppings entgegenkommt, nimmt einen spürbaren
Einfluss auf die Marge, da die Verkaufshäuser schnell und flexibel auf die Nachfrage der Kunden reagieren können.
Eine weitere Maßnahme zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und Verbesserung der Warenverfügbarkeit ist die Bestellung im Onlineshop direkt aus dem Verkaufshaus gemeinsam mit einem Verkäufer. Wenn das gesuchte Kleidungsstück vor Ort nicht in der gewünschten Farbe oder Größe vorhanden ist, bestellt der Verkäufer es für den Kunden im Webshop und lässt es zu ihm nach Hause oder in die Wunschfiliale schicken. Dieser Service, der sich vor allem an Kunden richtet, die weniger online-affin sind, wurde in Österreich und den Niederlanden bereits erfolgreich eingeführt und ist in Deutschland und Polen ebenfalls geplant. Ähnlich wie bei den bereits aktiven Services Click & Collect sowie Click & Reserve vernetzt Peek & Cloppenburg auf diese Weise den Online- und Offline-Handel, um den Kunden den größtmöglichen Komfort zu bieten.

Neue Struktur der Verkaufsflächen
Wie angekündigt hat Peek & Cloppenburg sich im stationären Handel intensiv mit der Flächensegmentierung auseinandergesetzt. Um den stationären Einzelhandel weiter zu optimieren und zukunftsfähig zu machen, wurde eine neue Struktur entwickelt, die den Bedürfnissen der Kunden verstärkt entgegenkommt. Zentraler Bestandteil ist dabei eine neue Aufteilung der Abteilungen. Segmente, die bei Peek & Cloppenburg in den vergangenen Jahren im Umsatz gestiegen, aber nicht in der Fläche mitgewachsen sind, werden ausgebaut. So gibt es zukünftig räumliche Schwerpunkte im Bereich der Herrenbekleidung. Die zweite große Änderung liegt darin, dass das neue Konzept grundsätzlich nur nach Casual und Konfektion unterscheidet und den Kunden damit eine verbesserte Orientierung im Verkaufshaus bietet. Dabei präsentiert das Unternehmen in den Abteilungen Produktgruppen und Kollektionen über alle Preissegmente hinweg und integriert damit das Premiumsortiment stärker in die Damen- und Herrenwelten. In den fünf größten Weltstadthäusern des Unternehmens, darunter beispielsweise das Wiener Haus auf der Kärntner Straße, wird es zudem weiterhin einen separaten Bereich für gehobene Premiumware geben, der zukünftig noch vergrößert wird. Im Rahmen geplanter Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen wird die neue Struktur sukzessive und standortabhängig umgesetzt.
Neue modische Themen werden in diese Struktur eingeordnet und durch eigene Inseln hervorgehoben. An sechs Standorten hat sich Peek & Cloppenburg beispielsweise bereits den Outdoor-Flächen gewidmet und diese in ein aktives Kundenerlebnis verwandelt. In einem urbanen, rauen Abteilungs-Look transportieren moderne Kollektionen, Accessoires und Schuhe das Outdoor-Feeling.

Ausbau des Online-Angebots
Peek & Cloppenburg schaut sich die Bedürfnisse der Kunden fortwährend sehr genau an. Die für die Onlineshops zuständige Tochtergesellschaft Fashion ID entwickelt ihr Sortiment entsprechend weiter. Ein wichtiger Schritt ist die fortgesetzte Harmonisierung des Online- und des stationären Angebots, damit der Webshop ebenso gut aufgestellt ist wie die Verkaufshäuser. Darüber hinaus finden Kunden online auch Kinderkonfektion, die zukünftig noch erweitert wird. Ab der Saison Frühjahr/Sommer 2020 bietet die Fashion ID zusätzlich ein attraktives Angebot an Marken und Artikeln in Anschlussgrößen bis zu 54 bei den Damen und 64 bei den Herren an. Aufgrund der wachsenden Anzahl an Onlineshops in den verschiedenen Märkten hat Peek & Cloppenburg sein Team deutlich verstärkt. So können die Einkäufer gezielt für die Shops in Deutschland, Österreich, Polen und den Niederlanden einkaufen.

Auch die technische Seite seiner Onlineshops entwickelt Peek & Cloppenburg weiter, um die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen. Seit Ende Oktober gibt es für die vier Peek & Cloppenburg Webshops jeweils eine Android- sowie iOS-App zum mobilen Shoppen. Sie wurde für eine größtmögliche Nutzerfreundlichkeit optimiert und besitzt ein modernes Layout sowie ein „SuperMenü“, in dem Kategorien, Produkt- und Häusersuche sowie der BarcodeScanner zusammengelegt wurden. Alle Features der mobilen Websites sind in den Apps ebenfalls verfügbar.

Ganz aktuell hat sich die Fashion ID dazu entschieden ihr Portfolio an Mode-Webshops zu erweitern und schon bald eine Online-Luxusplattform unter der bekannten Marke Stylebop zu betreiben, vorerst in Deutschland, in der Folge auch in Österreich und der Schweiz. Nachdem die
Stylebop GmbH im August Insolvenz angemeldet hat, übernimmt die Fashion ID GmbH & Co. KG Marken und Domains wie www.stylebop.com. Die Kartellfreigaben stehen noch aus.

Launch des neuen Kundenkartenprogramms
Kanalübergreifend hat Peek & Cloppenburg sein Kundenkartenprogramm unter dem Namen Insider sowie für Premiumkunden als Insider Gold neu aufgelegt. Online- und Offline-Kunden profitieren von Punkten, die in Boni umgewandelt werden, Vorteilsaktionen und Rabatten, exklusiven Services sowie dem Onlineportal und der App Insider Digital. Auch mit diesem neuen Angebot vernetzt das Modeunternehmen seine Aktivitäten im stationären Handel sowie im Webshop perfekt miteinander. Die neue Kundenkarte gilt übergreifend für Einkäufe bei Peek & Cloppenburg und den Online-Shops der Fashion ID. Der Startschuss in Deutschland fällt im Frühjahr 2020, der Rollout in Österreich ist in Planung.

Insgesamt hat Peek & Cloppenburg erfolgreich an zahlreichen Stellschrauben gedreht, um den Ansprüchen moderner Kunden gerecht zu werden und sich in einem herausfordernden Markt zu behaupten. (red)

 

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