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Frida kämpferisch © APA/AFP/Miguel Medina; Mattel / Montage: B. Schmid

Fälschung und Original? Frida Kahlo im Selbstporträt und in der zumindest leicht verniedlichten Form Mattels.

© APA/AFP/Miguel Medina; Mattel / Montage: B. Schmid

Fälschung und Original? Frida Kahlo im Selbstporträt und in der zumindest leicht verniedlichten Form Mattels.

Redaktion 16.03.2018

Frida kämpferisch

Mattel will Barbie eine Frida Kahlo hinzugesellen; die ­Familie der verstorbenen Künstlerin wehrt sich dagegen.

NEW YORK. Die Story begann so was von weltgeistig konform: Mattel kommt auf die starke Frau, und ergo ist eine der neuen Barbie-Puppen eine Frida Kahlo. Allein: Der Familie der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo taugt das gar nicht. Die hat nun Barbiepuppen-Hersteller Mattel vorgeworfen, die Bildrechte an der verstorbenen Malerin gestohlen zu haben. Der Spielzeugkonzern habe nicht die „Befugnis, das Bild von Frida Kahlo zu nutzen”, meint die Familie, die überdies „notwendige Maßnahmen” androht.

Die neue Frida Kahlo-Puppe stelle zudem nicht dar, wofür die Künstlerin stehe, sagte Kahlos Großnichte Mara Romeo. Mattel hatte in der Vorwoche angekündigt, dass die für ihre Selbstporträts berühmte Künstlerin Teil der Barbie-Kollektion „Inspirierende Frauen” sei. Frida wäre damit in Gesellschaft der Flugpionierin Amelia Earhart oder der afro-amerikanischen Mathematikerin Katherine Johnson.
Die US-Firma Frida Kahlo Corporation, die ebenfalls Anspruch auf die Bildrechte der Künstlerin erhebt, teilte mit, „in enger Zusammenarbeit” mit Mattel an der Entwicklung der Puppe mitgearbeitet zu haben. Nach Angaben von Romeos Rechtsanwalt wurde die Frida Kahlo Corporation im Jahr 2005 von Kahlos Familie und der Firma Casablanca Distributors zusammen gegründet. Das Unternehmen habe allerdings gegen den inzwischen ausgelaufenen Vertrag verstoßen und ohnehin „nie die Rechte an Fridas Bild gehalten”, sagte der Anwalt der Nachrichtenagentur AFP.

Kahlos helle Augen

Doch das Problem sind laut Romeo, Enkelin von Kahlos Schwester Cristina, nicht nur die Bildrechte. Sie nimmt am Aussehen der „Kahlo-Barbie” Anstoß. Sie hätte gern eine Puppe mit „Gesichtszügen wie die von Frida” gehabt und „nicht diese Puppe mit hellen Augen”. Kahlo mit ihren zusammengewachsenen Augenbrauen war für den offensiven Umgang mit ihrer mexikanischen Identität und für ihre selbstbewusste, ungekünstelte Weiblichkeit bekannt.

Sie hätte sich eine Puppe mit den charakteristischen Augenbrauen gewünscht und mit Kleidung aus mexikanischer Handwerkskunst. „Es sollte eine Puppe sein, die alles repräsentiert, was meine Tante repräsentiert hat”, so Romeo. (APA/nov)

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