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Gmundner knapp an 200 Mio. dran © Gmundner Molkerei

Strategie Die Gmundner Molkerei will die Milch ihrer bäuerlichen Betriebe mit einer möglichst hohen Wertschöpfung verarbeiten.

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Strategie Die Gmundner Molkerei will die Milch ihrer bäuerlichen Betriebe mit einer möglichst hohen Wertschöpfung verarbeiten.

Redaktion 11.05.2018

Gmundner knapp an 200 Mio. dran

Die oberösterreichische Molkerei konnte im Geschäftsjahr 2017 ein ordentliches Umsatzplus für sich verbuchen.

GMUNDEN. Die Genossenschaft hat mit 340 Mitarbeitern den Um­-satz von 175 auf 199 Mio. € erhöht und einen Bilanzgewinn von rund 1,27 Mio. € eingefahren.

2017 wurden 118 Mio. € Milchgeld an fast 2.500 Bauern ausbezahlt: Das sind um 28 Mio. € mehr als im Jahr zuvor. 335 Mio. kg Milch wurden abgeliefert, 51% der Produktion der Produkte gingen in den Export.

Wirklich ausgezeichnet

Berechtigt stolz ist Obmann Josef Fürtbauer auf mehrere internationale (wie z.B. den World Cheese Award) und nationale Auszeichnungen für die Produkte von GmundnerMilch und Almliesl.

Die gestiegene Nachfrage nach Butter erklärt Fürtbauer damit, dass das Produkt wieder ein besseres Image auch bei Ernährungsbewussten habe, und andererseits, dass die Lebensmittelindustrie zunehmend versuche, Palmöl in ihren Rezep­turen zu ersetzen. „Hinzu kommt noch, dass die Milchmenge etwas zurückgegangen ist.”

Voll ausgelastet

Auf dem oberösterreichischen Heimmarkt konnte der Absatz der eigenen Markenprodukte unter Gmundner Milch schon das zweite Jahr wesentlich gesteigert werden.

Die vielfältigen Käsespezialitäten im Design der Gmundner Keramik Manufaktur wie auch die Frische Vollmilch sind wichtige Aushängeschilder dieses Erfolgs; der Trend zu regionalen Lebensmitteln fördert diese Entwicklung.
„Unsere Käseproduktion läuft trotz laufender Investitionen wie z.B. dem Ausbau der Reifungskapazitäten auf 120.000 Käse-Laibe rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr mit voller Auslastung”, erklärt GF Michael Waidacher. Neue Kunden z.B. in Kroatien und Spanien stärken die Exportentwicklung.
Neben der klassischen Haltbar Milch gehören immer öfter Käsesorten, Butter oder Spezialprodukte zu den Exportschlagern. „Ob Bio- oder Bergbauernmilch, die Vielfalt und das hohe Qualitätsniveau der bäuerlichen Betriebe sind eine wichtige Grundlage, um bei Kunden und Projekten im In- und Ausland punkten zu können”, fasst Fürtbauer zusammen. Mit Vincent Kriechmayr als Produkt-Botschafter oder der Weiterentwicklung der Kooperation mit der Gmundner Keramik Manufaktur konnten auch im Marketing und Verkauf Akzente gesetzt werden.

Noch immer zu viel Milch

Auch 2018 setzen steigende Anliefermengen von Milch in ganz Europa den Markt unter Druck. Waren es Anfang des Jahres rund vier Prozent innerhalb der EU, so zeigt sich in Österreich ein noch deutlicheres Bild: Bis zu zehn Prozent im Vergleich zu den Rekordjahren 2016/17 wurden in den Betrieben angeliefert – Milchmengen, die derzeit am Markt nicht oder nur zu schlechten Preisen nachgefragt werden.

Zudem lagern in den Lägern der EU noch 370.000 t Milchpulver aus Interventionskäufen – ein Berg, der jährlich wächst und mehr als die österreichische Jahresproduktionsmenge ausmacht.
„Wir versuchen vor allem mit viel Kommunikation und Information ein neues Bewusstsein bei unseren bäuerlichen Betrieben zu schaffen”, hofft Fürtbauer.
Neue Projekte, wie FarmLife, eine einzelbetriebliche Öko-Bilanz der Lehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein, sollen die Landwirte bei der Ausrichtung ihrer Betriebe unterstützen. (pj)

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