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Großhandelspreise kaum gesunken © APA / Herbert Neubauer

Benzin und Diesel kosten den Großhandel um fast 60% mehr als noch vor einem Jahr – eine Teuerung, die freilich in weiterer Folge auch die Verbraucher trifft.

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Benzin und Diesel kosten den Großhandel um fast 60% mehr als noch vor einem Jahr – eine Teuerung, die freilich in weiterer Folge auch die Verbraucher trifft.

Redaktion 10.06.2022

Großhandelspreise kaum gesunken

Die Jahresveränderungsrate ging im Mai nur leicht zurück. Größter Teuerungsfaktor bleiben die festen Brennstoffe.

WIEN. Anders als die Inflationsrate, die sich für Mai 2022 auf einem Jahrzehntehoch von acht Prozent befindet, ist der Anstieg der Großhandelspreise für den vergangenen Monat leicht rückläufig: Die Jahresveränderungsrate ging von 26,0% auf 25,1% zurück. Eine frohe Kunde ist das angesichts des hohen Niveaus mitnichten – Experten hatten auf einen deutlicheren Rückgang gehofft. Dass dieser ausgeblieben ist, kann gleichzeitig als früher Indikator gegen ein substanzielles Sinken der Inflationsrate im Juni gesehen werden.

Wer viel heizt, brennt

„Den größten Einfluss hatten feste Brennstoffe mit einem Preiszuwachs von 110,2 Prozent, aber auch bei den Lebensmitteln gingen die Großhandelspreise nach oben. Da sich die Teuerung im Großhandel meist mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise durchschlägt, gibt diese auch einen Hinweis auf die weitere Entwicklung der allgemeinen Inflation”, erläutert Tobias Thomas, Generaldirektor von Statistik Austria.

Neben dem kräftigen Plus bei den Brennstoffen ging es im Jahresvergleich auch deutlich hinauf bei Mineralölerzeugnissen (95%), Düngemitteln und agrochemischen Erzeugnissen (77%), Eisen und Stahl (67%), Benzin und Diesel (60%) sowie Getreide, Saatgut und Futtermitteln (59,2%).
Lebende Tiere kosteten im Vergleich zu Mai 2021 um 28% mehr, bei Milch waren es 16% und bei Obst zwölf Prozent mehr. Während die Preise für Fleisch, Milch und Eier auch gegenüber dem April weiter zulegten, haben sich Obst, Gemüse, Erdäpfel und lebende Tiere verbilligt.

Taten statt Worte

Die Politik gefordert sieht Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will: „Für viele Menschen und auch für viele Firmen geht sich das vorne und hinten nicht mehr aus. Es sind jetzt auch nationalstaatlich Taten gefragt, um dem Kostendruck der Konsumenten und der Wirtschaft effektiv entgegenwirken.” (red)

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