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Harter Schlag für harte Steine © Alrosa

Sattes Minus Geringe Nachfrage, coronabedingte Handelseinschränkungen und übervolle Lager drückten im vergangenen Jahr die Preise von Rohdiamanten um 11%.

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Sattes Minus Geringe Nachfrage, coronabedingte Handelseinschränkungen und übervolle Lager drückten im vergangenen Jahr die Preise von Rohdiamanten um 11%.

Redaktion 23.04.2021

Harter Schlag für harte Steine

Corona hat der Diamantenbranche stark zugesetzt, aber es gibt schon erste Anzeichen einer Erholung.

••• Von Britta Biron

LONDON/MOSKAU. Zwar wurden auch 2020 wieder einige außergewöhnlich große Rohdiamanten gefunden, die gesamte Fördermenge lag mit 111 Mio. ct aber um gut 20% unter jener von 2019. Natürlich spielt dabei die Pandemie eine große Rolle – in etlichen Minen mussten die Arbeiten im Frühling für einige Wochen eingestellt werden –, aber nicht die einzige. Die Menge der Diamanten, die mit wirtschaftlich vertretbaren Mitteln aus der Erde geholt werden kann, nimmt kontinuierlich ab, und einige einst ertragreiche Minen sind bereits erschöpft oder werden das innerhalb der nächsten Jahre sein.

Herber Einbruch

Rio Tinto hat seine Argyle-Mine in Australien, aus der seit 1983 der überwiegende Teil der besonders seltenen und kostspieligen Farbdiamanten stammte, im Vorjahr geschlossen, weil sich ein weiterer Betrieb nicht mehr rechnet.

2018 und 2019 gab es bei den weltweiten Fördermengen schon ein Minus von fünf bzw. acht Prozent, und langfristig zeigt sich seit 2005, als die Ausbeute noch bei 177 Mio. ct lag, ein klarer Trend nach unten.
Wegen Lockdowns, Reisebeschränkungen und einer vor allem im ersten Halbjahr schwachen Nachfrage wurden auch weniger rohe und geschliffene Steine gehandelt, und bei den Preisen, die schon 2019 um sieben bzw. vier Prozent gesunken waren, hat Corona zu einem weiteres Minus von elf bzw. drei Prozent geführt.

Volatile Märkte

Gegen Jahresende hat sich die Lage durch ein Anspringen der Nachfrage aber wieder etwas entspannt. So konnten die Lager­bestände an Rohdiamanten, die zwischenzeitlich auf 65 Mio. ct. angewachsen waren, im vierten Quartal auf 52 Mio. ct reduziert werden. Ein Materialmangel für die Schmuckbranche ist in den nächsten Jahren nicht zu er­warten.

Der Aufwärtstrend hat sich auch im ersten Quartal 2021 fortgesetzt. So meldete Alrosa, der weltgrößte Diamantenproduzent, einen Umsatz von 1,159 Mrd. USD, was einem Plus gegenüber der Vergleichsperiode von 2019 von gut 23% entspricht.

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