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Heiß aufgebacken © dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

An der Theke alles wie gewohnt, im Vorlauf werden aber die Filialen mitunter zwei Stunden auf die Öffnung vorbereitet.

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An der Theke alles wie gewohnt, im Vorlauf werden aber die Filialen mitunter zwei Stunden auf die Öffnung vorbereitet.

Redaktion 08.05.2020

Heiß aufgebacken

Kurzarbeit in den Bäckereifilialen sichert zwar Beschäftigung, erhöht aber den Arbeitsdruck durch zu wenig Mitarbeiter.

WIEN. Die Bäckereien leiden wie alle Branchen unter der Coronakrise. Mitten in die Krise kommt nun Kritik durch die Produktionsgewerkschaft Pro-Ge. Die Bäckereien würden zwar Kurzarbeit nützen und damit Beschäftigung sichern, aber es werde zu wenig Personal in den Filialen eingesetzt; damit erhöhe sich der Arbeitsdruck.

Die so entstehende zusätzliche Arbeitsleistung werde den Beschäftigten meist nicht abgegolten, behaupten die Arbeitnehmervertreter. Dies betreffe auch die zu kurz bemessene Vorbereitungszeit für die tägliche Verkaufsöffnung.



20 Stunden Mehrarbeit

„Wir haben Berichte von Betroffenen, die nun bis zu zwei Stunden lang allein die Verkaufsfilialen für die Öffnung vorbereiten. Manche sind so ab vier Uhr früh im Einsatz, ohne dafür auch bezahlt zu bekommen. Diese Gratis-Mehrarbeit kann sich im Monat schnell auf mehr als 20 Stunden summieren”, kritisiert der Wiener Pro-Ge-Landessekretär Toni Steinmetz.

Kurzarbeit darf nicht zu einer Arbeitsverdichtung oder zur erzwungenen Gratis-Arbeit anderer Mitarbeiter führen, so Steinmetz. Und: „Wir fordern die Unternehmen auf, die Krise nicht zu nützen, um die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern.” (APA)

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