Hohe Standortkosten bremsen Expansionslust
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RETAIL Redaktion 10.07.2026

Hohe Standortkosten bremsen Expansionslust

Filialisten kämpfen mit Wirtschaftlichkeit und beklagen in ecostra-Studie steigende Kosten durch Indexmieten.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben für den heimischen Stationärhandel auch 2026 schwierig: Zwar planen Filialisten auch heuer mehr Geschäftsöffnungen als Schließungen, die Expansionsdynamik hat sich gegenüber dem Vorjahr jedoch wieder abgeschwächt, wie der jüngst von ecostra und Handelsverband präsentierte Shoppingcenter Performance Report Österreich 2026 dokumentiert. Hauptursächlich dafür sind gemäß Händlerangaben steigende bzw. anhaltend hohe Standortkosten; während die Mieten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, hält die Umsatzentwicklung vielerorts nicht Schritt.

Grundlage der Untersuchung sind Befragungen von 58 heimischen Filialisten, die in Summe mit 1.381 Geschäften in heimischen Einkaufszentren (Malls und Retail Parks) vertreten sind.

Hauptärgernis Indexmiete
„Die Studie macht deutlich, dass der wirtschaftliche Druck auf viele Handelsunternehmen hoch bleibt. Steigende Miet- und Nebenkosten sind derzeit das Thema Nr. 1 bei Betreibern von Shops. Wenn Standortkosten dauerhaft stärker steigen als die Umsätze, schmälert das den Spielraum für Investitionen und Expansion“, analysiert HV-Geschäftsführer Rainer Will.

Die größte Herausforderung aus Sicht der Befragten bleiben steigende Mietkosten durch Indexmieten (1,40 auf einer Skala von 1 bis 5), gefolgt von gestiegenen Mietnebenkosten (1,76). Dahinter folgen Konsumzurückhaltung (2,23) und die in Einkaufszentren verpflichtend einzuhaltenden Kernöffnungszeiten auch zu frequenzarmen Randzeiten (2,34).

Ruf nach mehr Flexibilität
Das Verhältnis zwischen Umsatz und Standortkosten hat sich gemäß Report innerhalb der vergangenen drei Jahre über sämtliche Standortkategorien hinweg – also einschließlich innerstädtischen Geschäftsstraßen und Streulagen – verschlechtert. Knapp zwei von drei Befragten sprechen sich für die Einführung eines gesetzlichen Rahmens zur Indexierung der Mieten in gewerblichen Mietverträgen aus. Gleichzeitig wünschen sich viele Händler flexiblere Mietmodelle und eine stärkere Unterstützung durch das Centermanagement bei Frequenzanalysen und frequenzsteigernden Maßnahmen.

Wo bevorzugt expandiert wird
„Die markanteste Veränderung ist die weitere Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit vieler Standorte. Während die Kosten weiter steigen, verliert die Expansion der Filialisten wieder an Dynamik. Gleichzeitig beobachten wir, dass sich die unterschiedlichen Standortformate bei den Expansionspräferenzen annähern. Die innerstädtische Geschäftsstraße bleibt zwar die erste Wahl für Neueröffnungen, ihr Vorsprung gegenüber Shoppingcentern und Fachmarktzentren ist aber kleiner geworden“, erläutert ecostra-Geschäftsführer Joachim Will von ecostra. Insbesondere Einkaufszentren auf der Grünen Wiese konnten demnach zuletzt wieder an Attraktivität gewinnen.

„Erfolgreiche Handelsstandorte müssen heute mehr denn je durch ihre Wirtschaftlichkeit überzeugen“, ergänzt Will. Gute Erreichbarkeit, ein attraktiver Branchenmix und partnerschaftliche Mietmodelle würden zunehmend zu „entscheidenden Wettbewerbsfaktoren“ – wovon neben Händlern und Betreibern letztlich auch die Konsumenten profitieren würden.

Handelsflächenforum in Wien
Die vollständigen Ergebnisse des Reports werden beim Handelsflächenforum 2026 präsentiert, welches am 17. September im Reaktor in Wien-Hernals stattfindet und führende Vertreter aus Handel, Handelsimmobilienwirtschaft und Standortentwicklung zusammenbringen soll. Im Rahmen der Veranstaltung werden neuerlich die „Awards of Excellence“ für die aus Mietersicht besten Shopping Malls und Fachmarktzentren des Landes verliehen – im Vorjahr wurde diese Ehre dem Salzburger Europark und dem Basta in Leibnitz zuteil.

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