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Im Vorjahr weniger, heuer wieder mehr © Unito / Simon Möstl / Onloph

Die beiden Unito-Geschäfts­führer Achim Güllmann (l.) und Harald Gutschi sind allen Krisen zum Trotz zuversichtlich. Wachstum sei quasi garantiert, sogar, wenn man nicht die gesamte Inflationsrate von derzeit 6,8% an den Kunden weitergeben will.

© Unito / Simon Möstl / Onloph

Die beiden Unito-Geschäfts­führer Achim Güllmann (l.) und Harald Gutschi sind allen Krisen zum Trotz zuversichtlich. Wachstum sei quasi garantiert, sogar, wenn man nicht die gesamte Inflationsrate von derzeit 6,8% an den Kunden weitergeben will.

Redaktion 08.04.2022

Im Vorjahr weniger, heuer wieder mehr

Trotz klar eingeschränkter Warenverfügbarkeit: Der Rückgang des Unito-Umsatzes war temporär.

GRAZ. Die Unito-Gruppe liegt allen Krisen zum Trotz auf Kurs. Zwar musste man in 2021 eine Umsatzdelle von 6,3% auf 395 Mio. € in Kauf nehmen, allerdings war 2020 auch ein Aus­nahmejahr, in dem der E-Com­merce boomte wie nie zuvor – während es nun um „normales” Wachstum auf hohem Niveau geht.

Eine Frage des Vergleichs

„Wir sind mit dem Geschäftsverlauf 2021 zufrieden”, kommentiert Harald Gutschi, Sprecher der Unito-Geschäftsführung. „Verglichen mit dem Vor-Pandemie-Niveau des Geschäftsjahres 2019, sind wir mit 12,5 Prozent in einem soliden Plus beim Umsatz. Außerdem stammt der überwiegende Teil unseres aktuellen Umsatzrückgangs aus dem Technik-Bereich. Wenn aufgrund des Chipmangels viele Technik-Artikel nicht lieferbar sind, können wir sie schließlich auch nicht verkaufen.”

Positiv mutet auch die Umsatzentwicklung der letzten zwölf Jahre an – das waren durchschnittlich pro Jahr acht Prozent Zuwachs. „Die Rendite lag in diesen Jahren immer zwischen zwei und vier Prozent”, führt Geschäftsführungskollege Achim Güllmann aus – und ergänzt: „2021 lag das EBT sogar leicht über vier Prozent und da sind die Investitionen schon abgezogen. Das ist das, was wir unseren glücklichen Eigentümern überweisen.”
Was nun wieder den Erlös betrifft, kommt auch die Prognose für 2022 mit Zuversicht: „Derzeit, also vom 1. März bis 4. April, liegen wir im Umsatz sogar um 30 Prozent über dem Vorjahr”, freut sich Gutschi, zumal die Planung eigentlich nur auf zehn Prozent Wachstum abzielte. Selbstredend hat man für 2022 die Hausaufgaben gemacht – was in bewegten Zeiten etwas heißen will: „Wir haben im Vorjahr die Läger vollgemacht”, so Gutschi, „daher können wir es uns erlauben, heuer die Preiserhöhungen nur moderat weiterzugeben.” Sprich: Die aktuell mit 6,8% hohe Inflationsrate bekommen Otto-Kunden zum 30. Jubiläumsjahr abgesoftet zu spüren, nämlich in Form einer Preiserhöhung um voraussichtlich rund drei Prozent.

Preiswürdig bleiben

Eine Rahmenbedingung dazu lautet auf adäquaten Druck auf Vorlieferanten, die „nicht alle Verteuerungen weitergeben können”, zumal die Positionierung von Otto (Umsatzanteil an Unito 2021: 100 Mio. €) die Preiswürdigkeit inkludiere. Um die zu erhalten, gebe es weitere Einsparungsbereiche, etwa wirkt sich die verminderte Retourenquote von 35,5 auf 26,1% positiv aus.

Was die Top 3-Themen im Retail der nahen Zukunft betrifft, so sind das der weiter stark steigende Anteil der mobilen Einkäufe via App am Smartphone, das erwähnte und anhaltende Sinken der Retourenquote sowie der Umstand, dass die Kunden mit Nachdruck nachhaltig einkaufen. Im Dreijahresvergleich wächst die Unito in Österreich bei nachhaltigen Artikeln um 164% (!).

Auswirkungen des Kriegs

Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wird das Jahr 2022 ebenfalls prägen und dementsprechend Auswirkungen auf Unito haben. „Diese humanitäre Katastrophe führt zu kurzfristiger Konsumunlust und Kaufzurückhaltung”, erläutert Gutschi. Die eingeschränkte Warenverfügbarkeit und der Chipmangel, die bereits das Geschäftsjahr 2021 stark beeinflussten, werden auch 2022 bleiben. Allerdings, so Gutschi: „Wir können mittlerweile Krise!” (nov)

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