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Kennzeichnung für verarbeitete Eier APA Markus Leodolter
APA Markus Leodolter

Redaktion 23.08.2017

Kennzeichnung für verarbeitete Eier

Österreich soll Vorreiterrolle übernehmen.

WIEN. In einem Schulterschluss haben die Landwirtschaftskammer, Vier Pfoten, die Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) sowie der Freilandeier-Vermarkter "Die Eiermacher" eine umfassende Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten gefordert; Anlass ist der aktuelle Fipronil-Skandal.

Zuletzt hatten sich Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) für eine verpflichtende Information über die Herkunft verarbeiteter Produkte auf EU-Ebene ausgesprochen. Jetzt wird Österreich in die Vorreiterrolle bugsiert: "Wir müssen umgehend ein Beispiel setzen", lautet entsprechend die Botschaft von Landwirtschaftskammer, Vier Pfoten, ZAG und "Die Eiermacher". Derzeit würden die Verbraucher, ohne es zu wissen, entweder in der Gastronomie oder über verarbeitete Produkte wie Kekse und Nudeln immer wieder importierte Eier aus Belgien, Dänemark, Niederlanden und Deutschland konsumieren. Das bedeute in diesen Fällen geringere Standards bei Tierhaltung und Konsumentenschutz als in Österreich.

"Dass der Konsum ausländischer Eier nicht immer unbedenklich ist, zeigt der aktuelle Fipronil-Skandal mehr als deutlich", meinte Michael Wurzer, Geschäftsführer der ZAG. Er betonte, dass es dem österreichischen Konsumenten in Verarbeitungsprodukten und im Außerhaus-Verzehr kaum möglich sei, Herkunft und Haltungsform der Eier zu erkennen. Manfred Söllradl, Geschäftsführer von "Die Eiermacher", forderte eine rasche Lösung für die Zurückverfolgung verarbeiteter Eier in Lebensmitteln. "Nur eine Kennzeichnung wie beim Frischei macht es Konsumenten möglich, künftig konsequent heimische Eier zu kaufen", ergänzte Heli Dungler, Präsident von Vier Pfoten. (red)

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