RETAIL
Konsumversagerin
Redaktion 01.06.2018

Konsumversagerin

Der Tag, an dem mich mein Mode-Mojo verließ, war traurig. Und fast so verzichtbar wie meine Self-Tanning-Premiere.

Die Handelsspannerin ••• Von Eva Kaiserseder

 

TRIED & TESTED. Ich habs versucht. Bin über meinen Schatten gesprungen, hab mir zwei, drei Stündchen freigeschaufelt und hab mich todesmutig an einem Freitag am Weg in die SCS gemacht. Es galt, ein Kleid zu erstehen. Ein gutes, schönes, eins mit Glamour. Eines, das ruft „Diese Frau ist pressepreiswürdig!” (Hüstel – siehe Seite 11). Für mich echt eine große Sache, weil, Sie erinnern sich: Ich kauf nix – zumindest nix Textiles mehr. Diesmal wollte ich aber den Kitzel wieder spüren, den Jagdtrieb, die Lust, etwas Besonderes entdeckt zu haben. Hab also brav meine verlässlichen Häfen angesteuert (Zara und COS), ein paar Kleider à la Beuteschema mit in die Kabine genommen – und war ernüchtert. Mein Mode-Mojo hat mich verlassen! Mon Dieu! Ich und Fetzen, das war eine verlässliche Kombinäsch wie dereinst Don Quijote und Sancho Pansa, wie Statler und Waldorf. Wie … ach … Sie wissen, was ich meine. Eine stabile Verbindung mit Höhen und Tiefen, aber immerwährend. Bis jetzt. Traurig trottete ich beutelos von dannen und musste mich als Konsumversagerin fühlen. Als kleine Protestnote hab ich allerdings Selbstbräuner erstanden, etwas, was ich sonst nie, nie, NIE verwende, Stichwort Glamour. Aber das ist eine andere Geschichte. Nur so viel: The Don wäre stolz.

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