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KV-Verhandlungen diesmal schwierig © APA/Roland Schlager

Erste DemosIm Handel demonstrierten am Dienstag über 1.500 Beschäftigte in Wien und Salzburg für mehr Gehalt. Auf Arbeitgeberseite verweist man auf sinkende Umsätze.

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Erste DemosIm Handel demonstrierten am Dienstag über 1.500 Beschäftigte in Wien und Salzburg für mehr Gehalt. Auf Arbeitgeberseite verweist man auf sinkende Umsätze.

Redaktion 17.11.2023

KV-Verhandlungen diesmal schwierig

Gewerkschaft will ein Gehaltsplus von elf Prozent, die Arbeitgeber verweisen auf rückläufige Umsätze.

WIEN. Die einen wollen mehr nehmen, die anderen nicht mehr geben – bei zum Redaktionsschluss festgefahrenen Positionen demonstrierten nun auch im Handel Beschäftigte in Wien und Salzburg für mehr Gehalt. Die Gewerkschaft beharrte zuletzt auf einem Gehaltsplus von elf Prozent, gestern gab es eine weitere KV-Verhandlungsrunde. Das Dilemma: Auf beiden Seiten wiegen die Argumente schwer und dünken richtig.

Frauen brauchen mehr Lohn

„Hier geht es um Beschäftigte mit einem Bruttogehalt von 2.000 Euro bei Vollzeit, darunter sehr viele Frauen, die in Teilzeit arbeiten. Die Betroffenen brauchen eine Gehaltserhöhung, weil sie im Unterschied zu den Arbeitgebern keine Möglichkeit haben, die Kostensteigerung irgendjemandem weiterzugeben”, positioniert sich die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber. Einmalzahlungen werden kategorisch abgelehnt.

Der Handel wiederum verweist auf rückläufige Umsätze, sinkende Beschäftigungszahlen und einen Anstieg der Pleiten. „Wir haben eine katastrophale Entwicklung im Handel, es zieht sich quer durch, auch wenn es gewisse Unterschiede nach Handelsbranchen gibt”, sagte Arbeitgeber-Chefverhandler und Handelsobmann Rainer Trefelik. Und: „De facto haben wir seit drei Jahren eine Krise im Handel.” Im ersten Halbjahr gab es im Handel 483 Insolvenzen.

Demos wenig hilfreich

Auch Branchensprecher-Kollege Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, sieht die Lage realistisch: „Demonstrationen auf der Straße helfen nicht dabei, die vielfältigen Probleme zu lösen, vor denen wir gemeinsam stehen, sondern verschärfen diese. Laut Wifo blickt der Handel auf zwölf Monate in Folge mit sinkenden Umsätzen zurück.” Die Pointe der Situation: Der Handel leidet an Personalmangel und sucht Anreize, um für Lehrlinge attraktiver zu werden. (red)

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