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Leerstände in Wien nehmen zu © Stephan Doleschal

Neue Wege?Die goldenen Zeiten im stationären Handel sind zwar vorbei, mittels Erweiterung der Ladenöffnungszeiten wäre aber laut Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will eine Abfederung möglich.

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Neue Wege?Die goldenen Zeiten im stationären Handel sind zwar vorbei, mittels Erweiterung der Ladenöffnungszeiten wäre aber laut Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will eine Abfederung möglich.

Redaktion 24.01.2020

Leerstände in Wien nehmen zu

20% Anstieg in 15 Jahren – Handelsverband empfiehlt Sofortmaßnahmenpaket.

WIEN. Der E-Commerce ist auf der Straße angekommen – das legt eine aktuelle Erhebung der Beratungsgesellschaft Standort + Markt dar. Der zuletzt laut Branchenradar um satte +11,2% gewachsene Onlinehandel hat signifikante Auswirkungen auf den stationären Handel: Allein in Wien sind aktuell knapp 500 Leerstände in der „Leerstandsaktivierung” gemeldet. Tatsächlich geht Standort + Markt in der Bundeshauptstadt gar von mehr als 1.000 Leerständen aus – mit ungebrochen steigender Tendenz. Die Einschätzung basiert maßgeblich auf einem alljährlichen Screening der fünf größten Straßen Mariahilfer Straße, City, Favoritenstraße, Landstraßer Hauptstraße und Meidlinger Hauptstraße.

Immer mehr Leerstand

Demnach seien in Wien bereits 820 Leerstände ausgewiesen, davon 246 in den fünf größten Geschäftsbereichen, 100 im Zentrum der Stadt. Rechnet man Einkaufszentren und Fachmarktzentren, die nicht in den Geschäftsstraßen liegen, dazu, sind das noch einmal 155 Leerstände; weitere 20 befinden sich in Fachmarktgebieten.

„Die Wiener Leerstandsrate ist bei den Geschäften in den letzten 15 Jahren um satte 20 Prozent gestiegen und war in der Entwicklung absehbar. Der mittlerweile vierstellige Leerstand ist abseits der Konsumentenveränderung durch den E-Commerce vor allem auf ein Korsett an Regulierungen zurückzuführen, die das Retail-Geschäft in der Bundeshauptstadt hemmen”, sagt dazu Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Geschlossene Tourismuszone

Öffnungszeiten-Restriktionen würden laut Will beispielsweise die hohen Kaufkraft-Potenziale neutralisieren, die, durch den Tourismus bedingt, vorhanden wären. „Die Zahl zwingt zum Handeln”, folgert der Handelsverband-Vertreter. (red/APA)

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