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Marcher zieht eine Zwischenbilanz © Marcher Fleischwerke

Der Familien­betrieb denkt an morgen: Georg, Herfried, Gernot, Norbert und Anna Maria Marcher (v.l.).

© Marcher Fleischwerke

Der Familien­betrieb denkt an morgen: Georg, Herfried, Gernot, Norbert und Anna Maria Marcher (v.l.).

Redaktion 02.09.2022

Marcher zieht eine Zwischenbilanz

Die Fleischbranche beschäftigen derzeit einige Themen – von Energie bis Tierwohl. Wie geht Marcher damit um?

VILLACH. Energie, Tierwohl, bewusste Ernährung mit weniger Fleisch – die Marcher Fleischwerke stehen wie viele andere Produzenten vor einigen Herausforderungen. Sichere Lebensmittel sind für Geschäftsführer Norbert Marcher eine „große Verantwortung”, wie er im Gespräch mit medianet erklärt.

Bereit für Engpässe

Ein zentraler Punkt ist die Energiefrage. Früher setzte man auf Gas, mit Ausbruch der Ukrainekrise wurde ein Notfallplan erstellt. „Die Umrüstungen sind weitgehend fertiggestellt, sodass ein Notfallbetrieb auf der Basis von Öl und Flüssiggas möglich ist”, erklärt Marcher. Nebst der Energie gebe es zudem eine angespannte Situation im Verpackungs- und Hilfsmittelbereich. „Die massiven Preissteigerungen erzwingen Preissteigerungen auch für unsere Produkte, die den Konsumenten schwer zumutbar sind”, sieht er vor allem die Politik zum Eingreifen geordert.

Die Tierwohlfrage

Wichtig sei, die Begrifflichkeiten klar zu definieren: Zum einen ist ein angemessener Umgang mit Tieren für einen fleischverarbeitenden Betrieb eine Selbstverständlichkeit, in Österreich gesetzlich geregelt und von Vollzugsbehörden überwacht: „Auf unserer Verarbeitungsstufe haben wir umfangreiche Maßnahmen beim Tiertransport und bei der Schlachtung umgesetzt, die einen korrekten Umgang mit den Tieren sicherstellen.”

Es gebe seit Jahren eine Diskussion darüber, inwieweit die Vorgaben betreffend Nutztierhaltung, vor allem bei Schweinen, heute noch zeitgemäß sind: „Unsere Branche kann nur erfolgreich bleiben, wenn sie die überwiegende Akzeptanz der Bevölkerung genießt. Ein großer Schritt ist hier das kürzlich festgelegte Verbot des Vollspaltenbodens ab 2040 in Österreich. Mit dieser Maßnahme wie auch mit einzelnen anderen Tierhaltungsvorschriften ist der gesetzlich geforderte Standard in Österreich über jenem, der für die gesamte europäische Union gilt. Da der Fleischmarkt international vernetzt ist, gilt es, darauf zu achten, dass die heimische Fleischwirtschaft wettbewerbsfähig bleibt.”
Im Trend liegen schließlich auch fleischlose Alternativen. Mit der Performance sei man zufrieden; dass sie in absehbarer Zeit Fleisch ersetzen werden, daran glaubt man hingegen nicht. Aber: „Wir sehen diese Produkte als sinnvolle Ergänzung zu unserem Sortiment, sie haben einen fixen Platz in den Regalen, sowohl unter der Marke ‚die Ohne' als auch unter diversen Handelsmarken. Unsere neue, vegane Convenience-Schiene mit Nuggets und Filets ist sehr gut angenommen worden.” (red)

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