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Marmelade am Morgen
christian novacek 06.10.2017

Marmelade am Morgen

Eine aktuelle Studie legt nahe, dass Menschen, die frühstücken, länger leben. Warum nur?

Die Finstere Brille ••• Von Christian Novacek

KAISERSEMMEL. Wer frühstückt, lebt länger. Zugegebenermaßen habe ich diese neue Studienerkenntnis – die uns diese Woche auch der ORF kredenzt hat – nicht erwartet. Trotz aller medianet-Frühstücksspecials, wo kein Marmeladeglas unbesprochen blieb – das war neu. Zwar weiß man noch nicht so genau, woran’s liegt, aber der Zusammenhang sei evident. Ich behaupte mal: Dabei handelt es sich um eine klassische Scheinkorrelation – so wie mit den Störchen im Burgenland, welche die Geburtenrate der BurgenländerInnen nur sehr peripher beeinflussen.

Weil: Wer frühstückt denn? Doch wohl hauptsächlich jene, die Zeit dafür haben. ­Also Arbeitslose und Privilegierte. Somit gehe ich davon aus, dass selbstbestimmte, von äußeren Zwängen halbwegs befreite Existenzen long life-Kapazität haben. Frühstück: sekundär. Weil ich eingangs die medianet-Specials zum Thema Frühstück erwähnte: Da haben wir vor einem Jahr eine Studie zitiert, die völlig konträr lief; die besagte nämlich, dass das Frühstück verzichtbar ist. Am ehesten meine ich, dass der eigene Körper signalisiert, ob er es braucht oder nicht. Ich brauch mein Frühstück, speziell die Portion Frühstücksfernsehen. Ohne das würd ich den für den Tag überlebensnotwendigen Aggressionspegel nicht erreichen.

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