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Milch nachhaltig denken, das geht in Österreich gut © Panthermedia.net/Laurent Davoust
© Panthermedia.net/Laurent Davoust

Redaktion 12.11.2021

Milch nachhaltig denken, das geht in Österreich gut

Die Produzenten wollen nicht nur weiter Milch und Käse herstellen, sie setzen auch Maßnahmen für die Zukunft.

••• Von Georg Sander

ASCHBACH. Berglandmilch ist das größte österreichische Milchverarbeitungs- und -vertriebsunternehmen, und seit September gibt es von der Marke Schärdinger auch einen Haferdrink – eine Milchalternative, wie sie in letzter Zeit im Lebensmitteleinzelhandel immer präsenter wird. „Es gibt zum Glück keinen Trend weg von Kuhmilch”, erklärt Josef Braunshofer, Geschäftsführer von Berglandmilch, im Gespräch mit medianet, „es geht um Haferdrink und Kuhmilch.”

Mal das eine in den Kaffee, mal das andere. Des Weiteren, so Braunshofer, sind die Produkte ernährungsphysiologisch unterschiedlich. Es wären eben zwei verschiedene Produkte und weil die Konsumenten sie wollen, werden sie angeboten. Der Hafer komme zu 100% von den Berglandmilch-Bauern – ist das auch ein Fingerzeig in Richtung Zukunft?
Schließlich wird dieser Tage über das Klima diskutiert und die industrielle Nutztierhaltung, genauer gesagt jene der Kühe, steht oftmals als Klimakiller in der Kritik. „Wir sind weiterhin ein Molkereiunternehmen, das auch so ein Produkt anbietet”, stellt er klar und holt, angesprochen aufs Klima, aus: „Unsere Art, die Tiere zu halten, kann man international nicht vergleichen. Wir sind kleinteilig, zwei Drittel der landwirtschaftlichen Fläche sind nur Gras, da gibt es eine Kuh oder ein Schaf – dort braucht es Wiederkäuer, sonst ist diese Fläche gar nicht nutzbar!” So würden Wiesen bewirtschaftet, die als Acker nicht nutzbar wären. Die Kuh konkurriert nicht mit dem Menschen um Anbaufläche.

Kleinteilig im Vergleich

Ein durchschnittlicher Milchbauer in Österreich habe rund 20 Kühe, in Deutschland liege dieser bei 80, amerikanische Bauern hätten über 200 Kühe. Nachdem die heimischen Kühe laut Braunshofer eben „nur” Gras fressen würden und kein Industriefutter, wäre die „Leistungsfähigkeit” der Milchspender halb so hoch wie jene in Übersee oder sonstwo: „Es ist ein harter Weg – die Almen schauen schön aus, es ist aber auch teurer. Unsere Kuh ist kein Klimakiller.” Das gelte auch für den Hafer, der komme eben von den Bauern aus dem Wald- und Mühlviertel, regional, womit sich der Kreis schließe.

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