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Mit Wasserstoff in die grüne Zukunft © MPreis / ProMedia

Projektleiter Ewald Perwög vor dem Herzstück der Anlage, dem Elektrolyseur. In ihm wird Wasser in seine Grundkomponenten (Wasserstoff und Sauerstoff) zerlegt.

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Projektleiter Ewald Perwög vor dem Herzstück der Anlage, dem Elektrolyseur. In ihm wird Wasser in seine Grundkomponenten (Wasserstoff und Sauerstoff) zerlegt.

Redaktion 25.02.2022

Mit Wasserstoff in die grüne Zukunft

MPreis will seinen Fuhrpark binnen sieben Jahren auf Brennstoffzellen-Lkw umstellen – und ist damit Vorreiter.

VÖLS. Die Inbetriebnahme der Wasserstoff-Anlage des Tiroler Lebensmittelhändlers MPreis (medianet berichtete) ist nur noch eine Frage von wenigen Wochen: Mitte März soll es soweit sein, bestätigte Ewald Perwög, Projektinitiator und Leiter von MPreis Sustainable Energy Solutions, gegenüber der APA.

Die Elektrolyseanlage soll zunächst im Rahmen eines EU-Projekts zur Erbringung von Regelenergie-Dienstleistungen im österreichischen Stromnetz zum Einsatz kommen, ehe der erzeugte Wasserstoff in weiterer Folge zur CO2-neutralen Beheizung der Backöfen der eigenen Bäckerei Therese Mölk eingesetzt und schließlich als Treibstoff für die Lkw-Flotte der MPreis Warenvertriebs GmbH verwendet wird.
Binnen sieben Jahren und als erstes mittelständisches Unternehmen Österreichs will MPreis seinen gesamten Fuhrpark auf Brennstoffzellen-Fahrzeuge umstellen, so Perwög.
Die Ursprünge der MPreis-Wasserstoff-Initiative liegen im Jahr 2016, als sich das Unternehmen zur weitreichenden Dekarbonisierung entschloss. Eine Analyse hatte damals ergeben, dass Heizen und Transport die größten Anteile am firmeneigenen CO2-Abdruck ausmachen. Schnell habe man Wasserstoff gewissermaßen als den „Alleskönner” identifiziert.

Sukzessive Umstellung

Die Kapazität des firmeneigenen Elektrolyseurs (zur Zerlegung von Wasser durch Elektrolyse in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff) beziffert Perwög auf 1.200 kg Wasserstoff pro Tag. Dies entspreche genau der Menge an Wasserstoff, die ein komplett mit Wasserstoff betriebener Fuhrpark pro Tag benötige. Aus „betriebswirtschaftlichen als auch aus technologischen Gründen” erfolge die Umstellung der Flotte auf grünen Wasserstoff aber sukzessive.

Die ersten drei Brennstoff-Lkws – die ersten ihrer Art in Österreich, wie Perwög betont – sollen noch im ersten Halbjahr 2022 die ersten Filialen anfahren. Nach und nach sollen weitere Lkw folgen, bis in sieben Jahren der gesamte Fuhrpark mit Wasserstoff betrieben wird.

13 Mio. € Investitionsvolumen

„Diese Fahrzeuge stoßen nur Wasserdampf aus, sie müssen kleinere Batterien mit sich führen und das Betanken kostet gleich viel Zeit wie mit herkömmlichem Treibstoff”, listet Perwög die Vorteile auf. Dennoch baue man bei Mpreis darauf, dass die Technologie in Zukunft „besser und billiger” werde. Noch kosten diese Brennstoffzellen-Lkw etwa vier Mal so viel wie ein vergleichbarer Dieseltruck, nämlich rund 400.000 €. Ohne Anschaffungskosten der Fahrzeuge, aber inklusive EU-Förderungen beziffert Perwög das gesamte Investitionsvolumen auf rund 13 Mio. €. (red)

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