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Nachhaltigkeit statt Grünfärberei © Jura
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Redaktion 18.02.2022

Nachhaltigkeit statt Grünfärberei

Es reicht nicht aus, Produkten einen „grünen Anstrich” zu verpassen, ist Annette Göbel von Jura Österreich überzeugt.

Gastkommentar••• Von Annette Göbel

WIEN. Wenn die Coronapandemie eines beflügelt hat, dann ist es die Forderung der Konsumenten nach nachhaltig hergestellten Produkten. Die gestiegene Bedeutung der Nachhaltigkeit ist kein kurzfristiges Phänomen: Das Konzept der Wegwerfgesellschaft hat ausgedient, denn Verschwendung gilt mittlerweile für viele Menschen als vollkommen unsinnig.

Frage der Verantwortung

Es liegt an den Unternehmen, Produkte im Kern nachhaltig zu gestalten. In Hinblick auf Kaffeevollautomaten heißt das, ausschließlich frisch gemahlene Bohnen zu verwenden. Das vermeidet Abfall, und der Kaffeesatz ist zudem biologisch abbaubar. Infolge muss die Servicierbarkeit zur Grundanforderung an die Konstruktion werden: Produkte sollten so entworfen werden, dass sie im Service zerlegt, gewartet und neuwertig instandgesetzt werden können. In diesem Zusammenhang ist auf die Wahl der Materialien und eine hochwertige Verarbeitung zu achten. Das ist die Basis, um die Langlebigkeit der Produkte zu garantieren. Denn „Reparieren statt wegwerfen” sollte sich als Leitlinie etablieren. Hier kommt dem Design eine entscheidende Rolle zu. Ein zurückhaltendes, klares „Äußeres” von Produkten verliert auch nach mehreren Jahren nicht an Ästhetik.

Doch Nachhaltigkeit darf nicht beim Produktdesign stehen bleiben – es ist erst der Anfang. Wie wirken sich z.B. der Herstellungsprozess und der Vertrieb auf die Umwelt aus? Sind die einzelnen Komponenten des Produkts wiederverwertbar und recycelbar? Im Sinne einer ökologischen Verantwortung müssen diese Aspekte bereits in der Produktstrategie verankert werden – ansonsten ist ein Produkt nicht so grün, wie es auf den ersten Blick scheint.

Profitabel & lebenswert

Der schonende Umgang mit Ressourcen muss sich als Denkhaltung im Unternehmen festigen und aus Überzeugung gelebt werden. Es liegt in unserer Hand, eine lebenswerte Zukunft zu schaffen – und letztlich profitieren wir alle davon: Unternehmen werden zu Innovationen angespornt und sind dadurch wettbewerbsfähiger. Verbrauchern stehen Produkte zur Verfügung, die über viele Jahre hinweg begeistern. Gleichzeitig wird der Grundstein für langfristige Markenbeziehungen gelegt.

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