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„Pfiat di Sackerl“: 155 Mio. Kunststofftragetaschen eingespart © BMNT
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Redaktion 31.07.2019

„Pfiat di Sackerl“: 155 Mio. Kunststofftragetaschen eingespart

Der Handelsverband vermeldet eine erfolgreiche Sackerl-Bilanz 2019. Eine Reduktion um 28% seit 2014 belegt die Wirksamkeit der „Pfiat di Sackerl“-Initiative.

WIEN. Vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gemeinsam mit dem Handelsverband 2016 initiiert, zeigt die freiwillige Handelsinitiative „Pfiat di Sackerl“ Wirkung: Wie die jüngste Erhebung der Verbrauchszahlen bei sämtlichen Kunststoff-Tragetaschen (inkl. Obstsackerl) ergeben hat, konnten die teilnehmenden Partnerunternehmen die Anzahl im Vergleich zu 2014 um beträchtliche 28% verringern.

"Die beteiligten Partner aus dem österreichischen Handel übernehmen Verantwortung und treten aktiv für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung ein. So konnten wir den Jahresverbrauch bei den Kunststofftragetaschen in den letzten fünf Jahren um 28% senken und damit mehr als 155 Millionen Stück einsparen", freut sich Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Der Handelsverband fungiert im Rahmen der Initiative als bundesweite Meldestelle.

Trendumkehr 2016

Noch im Jahr 2015 war bei den meisten Tragetaschen ein ansteigender Verbrauch zu verzeichnen. Durch die kostenpflichtige Abgabe sowie eine verstärkte Bewusstseinsbildung bei den Konsumenten konnte dem entgegengewirkt und der Jahresverbrauch erheblich reduziert werden. Überdies verzichten zahlreiche heimische Vorzeigebetriebe bereits jetzt – und damit vor dem österreichweiten, gesetzlichen Verbot von Kunststofftragetaschen ab 1.1.2020 – freiwillig auf die Ausgabe von konventionellen Plastiksackerln.

Bei "Pfiat di Sackerl" beteiligt sind folgende Unternehmen: C&A, Deichmann, Eduscho, Hofer, Lidl,

Media-Saturn, MPreis, Betten Reiter, Rewe, Spar, SSI Schäfer Shop, Sutterlüty und Unimarkt.

Handel arbeitet an weiterer Reduktion von Kunststoffverpackungen
Darüber hinaus konzipieren die heimischen Handelsunternehmen zurzeit gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsministerium, verschiedenen Umweltschutzorganisationen, dem Handelsverband und weiteren Interessensvertretungen im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Runden Tischen neue Lösungen, um eine Reduktion von Kunststoffverpackungen um mindestens 20% bis zum Jahr 2025 zu erzielen.

Im Fokus steht auch die deutliche Reduktion von Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse. Eine Herausforderungen liegt hier in der Berücksichtigung hygienerechtlicher Vorgaben. So sorgen etwa Kunststoffverpackungen bei Karotten für eine erheblich längere Haltbarkeit. Hier würde ein völliger Verzicht auf die Verpackung zwar den Plastikmüll verringern, dafür aber mehr Lebensmittelabfälle zur Folge haben. "Grundsätzlich entscheidet der Konsument mit seinem täglichen Einkaufsverhalten, welche Produkte und welche Verpackungen angeboten werden. Wir empfehlen daher, beim Einkaufen nach Möglichkeit eine eigene Mehrwegtasche mitzunehmen und zu offen angebotener Ware zu greifen", so Rainer Will. (red)

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