RETAIL
Schiefer Onlinehandel
christian novacek 25.01.2019

Schiefer Onlinehandel

Die Welt des Digital Retail ist schlecht austariert; das große Ungleichgewicht Amazon ist zu komfortabel.

Die Finstere Brille ••• Von Christian Novacek

GUT GEBRÜLLT. Ein Brüller wird die Hauszustellung von Lebensmitteln in Österreich nimmer – sagt Handelsexperte Peter Schnedlitz im Interview (Seite 32). Das ist am Punkt. Ein Fullservice-Grad wie ihn der von Handelsverband und Politik oft geschmähte Handelsriese Amazon bietet, ist im heimischen Digital Retail nach wie vor nicht drin. Und ein Onlinehandel mit Abstrichen im Service hat den Abstrich im Erfolg leider miteingepackt. Dabei gab es in der Flächendeckung zumindest für mich einen Fortschritt: Interspar hat sich nämlich nach Gumpoldskirchen durchgerobbt; Merkur hatte es im Jahr zuvor nur bis in den Nachbarort Guntramsdorf geschafft.

Was aber bei allen Händlern gar nicht geht und zu entsprechenden Negativ-Rezensionen führt: Die 25% Warengruppenrabatte kriegst online nicht. Da man aber für die Zustellung sowieso seinen Obulus leistet (der mit rd. 5 € sicher nicht rasend kostendeckend ist), hält sich das Verständnis für zwei verschiedene Preiswelten online und stationär in Grenzen.
Auf der ganz anderen Seite verführt mich die Amazon Prime-Mitgliedschaft zu ökologischem Grausamkeitsulk. Zuletzt hab ich einen (!) febreze Lufterfrischer um 11,42 € bestellt, Zustellung gratis. Hätt ich ebenso am Heimweg beim Billa kaufen können.

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