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Schwierige Bedingungen für die Milchbetriebe © Berglandmilch
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Natalie Oberhollenzer 16.11.2018

Schwierige Bedingungen für die Milchbetriebe

Unternehmen wie die Berglandmilch, im Bild Josef Braunshofer, kämpfen mit sinkenden Milchmengen.

••• Von Natalie Oberhollenzer

Schwierige Rahmenbedingungen, extreme Wetterkapriolen, zurückgegangene Milchanlieferungen und als Konsequenz ein erzwungener teilweiser Rückzug aus dem Export: Die Zeiten für Josef Braunshofer, Generaldirektor der Berglandmilch, waren schon einmal einfacher. Im Interview mit ­medianet erklärt er, wie das Unter­nehmen auf die geänderte Lage reagiert und mit welchen Sortimenten man am inländischen Markt die größten Erfolge feiert.


medianet:
2017 konnte die Berglandmilch ihre Umsätze ausbauen. Wie sieht es diesbezüglich bis dato in diesem Jahr aus? Sind Sie zufrieden?
Josef Braunshofer: Wir erwarten 2018 Umsätze in ähnlicher Höhe. Die Rahmenbedingungen gestalten sich heuer schwieriger als im Vorjahr.

medianet:
Wie hat sich der heiße Sommer auf Ihr Geschäft ausgewirkt? Man hat ja im TV die Berichte von durstigen Kühen gesehen …
Braunshofer: Bestimmte Produkte wurden stärker nachgefragt, beispielsweise Lattella, Sauermilch, Buttermilch oder Naturjoghurt. Die Milchanlieferung ging infolge der Hitze spürbar zurück.

medianet:
Inwieweit wirken sich die sinkenden Milchmengen auf Ihre Geschäfte aus?
Braunshofer: Es fordert uns bei der Planung im dritten und vierten Quartal, da wir noch im heurigen Frühjahr eben von einer deutlich höheren Milchanlieferung unserer Bauern ausgingen. Wir mussten uns daher vor allem im Exportbereich von bestimmten Geschäften zurückziehen.

medianet: Thema Export: Wie entwickelt sich der Exportanteil, und welche Länder sind die wichtigsten oder die schnellstwachsenden?
Braunshofer: Unsere Exportmengen lagen im ersten Halbjahr deutlich über den Vorjahreswerten. Dies hat sich ab Sommer hitzebedingt infolge geringerer Rohmilchanlieferung gedreht. Unsere schnellstwachsenden Exportkunden liegen aktuell in Fernost.

medianet: Welche Produkte ihrer Palette verkaufen sich in welchen Exportländern besonders gut?
Braunshofer: Je weiter die Kunden entfernt sind, desto haltbarer müssen unsere Produkte sein, das heißt für uns konkret haltbare Trinkmilchprodukte und Käse.

medianet: Zum heimischen Markt: Welche Produktgruppen entwickeln sich hierzulande stark, welche weniger?
Braunshofer: Wir sind mit unseren Absätzen bei Butter, Naturjoghurt und Käse zufrieden. Beim Fruchtjoghurt stagnieren die Mengen.

medianet: Wie stehen Sie zu Milchalternativprodukten? Sind diese ein Thema bei der Berglandmilch?
Braunshofer: Wir haben gerade unsere Schärdinger Hafer&Milch lanciert; eine Trinkmilch, die ‚das Beste aus beiden' kombiniert.

medianet: Und welche Rolle spielen mittlerweile die Bio-Produkte in Ihrem Haus?
Braunshofer: Wir veredeln mittlerweile schon zehn Prozent unserer Rohmilch in Bioprodukte. Wir sehen dies als perfekte Ergänzung unserer Produktpalette als auch als sehr gute Möglichkeit, Wertschöpfung zu unseren Bauern zu bringen und deren Arbeit als Biobauern entsprechend abzugelten.

medianet: Bei welchen Mopro-Produkten ist der Platz im Regal der am härtesten umkämpfte?
Braunshofer: Wir können zwischen den einzelnen Produktgruppen keine diesbezüglichen signifikanten Unterschiede erkennen. Es herrscht überall intensiver Wettbewerb.

medianet: Welche Rolle spielt der B2B-Sektor für die Berglandmilch?
Braunshofer: Wir bedienen ihn gern und wir hoffen, mit neuen Produkten punkten zu können.

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