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Smart in die Zukunft © Otto-Pressebild

Im Jahr 1961: Univac III, der erste Computer bei Otto, füllte einen ganzen Raum und speicherte Kundendaten und Bestellungen auf riesigen Magnetbändern.

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Im Jahr 1961: Univac III, der erste Computer bei Otto, füllte einen ganzen Raum und speicherte Kundendaten und Bestellungen auf riesigen Magnetbändern.

12.02.2016

Smart in die Zukunft

mCommerce hat für die Otto Group absolute Prioriät: Neue Apps und zusätzliche mobile Angebote sind für die Zukunft geplant.

••• Von Daniela Prugger

WIEN. Das Smartphone ist der wichtigste Kaufkanal der Zukunft. In Sachen Online-Shopping haben Tischcomputer längst gegen die mobilen Endgeräte an Bedeutung verloren. Auf den ständigen Begleiter Smartphone setzt auch der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group. Laut dem Unternehmen plant Otto sogar, den gesamten Konzern zu einer mobil getriebenen Unternehmensgruppe weiterzuentwickeln. Sinn machen würde es: Die großen Tochtergesellschaften der Gruppe erwirtschaften mittlerweile 90% ihrer Umsätze online – und davon mehr als die Hälfte über Smartphones. „Es ist das zentrale Tool für den Zugang zu unseren Kunden”, kommentiert der stellvertretende Vorstandschef Rainer Hillebrand.

Die Nr. 2 im eCommerce

Im laufenden Geschäftsjahr erhöhte sich der weltweite Umsatz der Otto Group im elektronischen Handel – vorläufigen Zahlen zufolge – um 6,5 Prozent auf 6,6 Mrd. €. „Die Steigerung wäre noch höher ausgefallen, wenn nicht Umsätze in problematischen Märkten wie Russland und Frankreich rückläufig gewesen wären”, meint Hille­brand. In Deutschland lag das Plus bei zehn Prozent auf 4,4 Mrd. €. Die Otto Group ist weltweit die Nummer zwei im elektronischen Handel nach Amazon und führend in Bereichen wie Mode, Möbel, Spielwaren und Sportartikel; sie ist mit 123 wesentlichen Unternehmen in mehr als 20 Ländern präsent.

„Wir fürchten die digitale Transformation nicht, sondern treiben sie voran”, erklärte der stellvertretende Konzernchef. Erst in den kommenden Jahren werde deutlich werden, wie tiefgreifend sich die wirtschaftlichen Prozesse durch die Digitalisierung verändern. Das ziehe auch einen erheblichen Kulturwandel auf allen Hierarchieebenen der Otto Group nach sich. Zu der Gruppe gehören mehr als 100 Online-Shops verschiedener Marken. Hillebrand: „Wir wollen unseren großen Kundenkreis mitnehmen in die digitale Welt.”

mCommerce hat Priorität

Die Entwicklung neuer Apps und weiterer mobiler Angebote hat für Otto nun die höchste Priorität. Es werden daher nicht nur Digital-Vorstände in den Tochtergesellschaften installiert, sondern auch spezielle Labore eingerichtet, wo Experten die Konzernunternehmen strategisch und operativ in Mobile-Commerce-Projekte unterstützen. Künftig will Otto auch seinen Datenbestand vermarkten.

Auch in Österreich dominieren mobile Endgeräte und Smartphones den mobilen Sektor. „Der Einkauf über mobile Endgeräte wird innerhalb der nächsten Jahre rasant steigen; wir rechnen damit, dass bis 2020 mehr als 80 Prozent des Umsatzes mobil getätigt werden”, pflichtet auch Harald Gutschi, Geschäftsführer von Unito in Österreich, bei. Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Salzburg und Graz ist Teil der Otto Group und konnte ihren Umsatz im laufenden Geschäftsjahr 2015/16 auf 217,3 Mio. € steigern und erreicht ein Online-Umsatzplus von 10,1 Prozent.

Quelle steigert 2015 Umsatz

Ein mittlerweile – wieder – erfolgreicher Bestandteil der Unito-Gruppe ist die vor Jahren pleite gegangene Marke Quelle. Durch den eigens für Tablets und Smartphones optimierten Quelle Online-Shop stiegen die Mobile- und Tab­let-Umsätze laut Gutschi im Jahr 2015 um mehr als 50 Prozent. „Die Marke Quelle präsentiert sich nach den erfolgreichen Jahren seit ihrer Revitalisierung als wahre Perle im Online-Handel. Als Internet Pure Player passen wir uns dem Einkaufsverhalten der Zukunft an und wachsen dreimal so stark wie der Markt”, so Gutschi.

Nach der Revitalisierung von Quelle im Jahr 2011 wurde die Marke strategisch neu und als Internet Pure Player ausgerichtet. Damit hat Quelle bereits früh auf den Trend eCommerce gesetzt. Die neue Positionierung ließ Quelle um 20 Prozent wachsen. Damit liege man deutlich über dem Markt, der 2015 einen Zuwachs von sieben Prozent verzeichnete.

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