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Sonnige Zukunft für LGV Sonnengemüse © www.zweischrittweiter.at
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Redaktion 22.11.2019

Sonnige Zukunft für LGV Sonnengemüse

Nach der Fusion von LGV und SSG stehen die Zeichen auf Expansion – schon für 2019 gibt’s ein knackiges Plus im Erlös.

••• Von Christian Novacek

Nach der im September über die Bühne gegangenen Fusion von LGV und Seewinkler Sonnengemüse (SSG) heißt das neue Obst & Gemüse-Kompetenzzentrum „LGV Sonnengemüse eingetragene Genossenschaft”. Sie steht für 150 österreichische Familienbetriebe. Nach spannenden Jahren vor allem für die Wiener Betriebe steht nun wieder Zuversicht im Raum – inklusive Umsatzzuwachs: Der Erlös konnte zuletzt um 12% auf über 83 Mio. € gesteigert werden.

Das ist der höchste Umsatz seit Bestehen der LGV. Dem entspricht ein Erntevolumen von rd. 43.000 t Frischgemüse. Nach fünf Saisonen steht somit erstmals wieder ein Plus vor dem Jahresergebnis.
Die Nachfrage der Konsumenten nach regionalem Frischgemüse steigt kontinuierlich. In der kommenden Gemüsesaison werden die Gärtner in und um Wien und die Gemüsebauern aus dem Seewinkel erstmals gemeinsam die Konsumenten mit Gemüse versorgen.

Gemüse liegt im Trend

Josef Peck, Vorstand der LGV Sonnengemüse eingetragene Genossenschaft, hat bereits in der laufenden Gemüsesaison Weichen gestellt. Neben Synergien, die sich durch die Fusion ergeben, setzt Peck auf eine strategische Reorganisation, hohe Qualitätsorientierung bei Produkt und Produktion sowie auf stärkere Vernetzung von Vertrieb und Marketing.

Heimisches Gemüse gefragt

Den größten Vorteil sieht Peck im Produkt und bei den familiengeführten Betrieben: „Gemüse gewinnt in unserer Ernährung zunehmend an Bedeutung und speziell heimisches Gemüse liegt voll im Trend”, berichtet der LGV-Chef. Er ist überzeugt: „Das Bewusstsein der Konsumenten für eine nachhaltigere Lebensführung, wobei auch das gemeinsame Essen und Kochen eine immer wichtigere Rolle spielt, wird auch in Zukunft eine höhere Nachfrage von österreichischem Gemüse zur Folge haben. Dabei achten immer mehr Konsumenten auf die Herkunft und auf die Produzenten des Gemüses.”

Das sei nun genau der Punkt, wo die LGV mit ihren Familienbetrieben punkten soll: „Für 2020 liegt der Fokus auf der Festigung des Kerngeschäfts, der Produktion von Frischgemüse und dem Anspruch, innovative Produkte auf den Markt zu bringen.”

Fokus auf Regionalität

Der Fokus bei Produktion und Vermarktung liegt auf Fruchtgemüse. Die drei wichtigsten Produktgruppen sind Gurken (17.000 t), Paradeiser (12.000 t) und Paprika (7.000 t) – sie liefern über 80% des Gesamtumsatzes, das Ganze in imposanter Sortenvielfalt: Neben der Standard-Gärtnergurke gibt es Mini-Gurken und Snack-Gurken in verschiedenen Größen und Farben. Im Paprika-Sortiment punktet der Standard-Block-paprika in den Farben grün, gelb, orange und rot.

Die umfangreichste Produkttiefe gibt es bei den Paradeisern. Hier werden Fleischparadeiser, Ochsenherzen, Rispenparadeiser, Pflaumenparadeiser, Midi-Paradeiser, Cherryparadeiser und viele mehr angeboten. Neben dem Fruchtgemüse werden weitere 40 Gemüsearten wie zum Beispiel Salate, Radieschen, Jungzwiebel, Zucchini, Frühkartoffel, Chinakohl, Kohl, Karfiol, etc. und zusätzlich auch verschiedenste Topf- und Schnittkräuter vermarktet.

Nachhaltig verpackt

Produkt-Highlight der letzten Jahre ist aber der Spitzpaprika in den Farben rot, gelb und orange – er punktet mit außergewöhnlicher Süße. Mit dem Snack-Gemüse (Gurke, Paradeiser, Paprika) bietet die LGV weiters die gesunde Alternative für die Mahlzeit zwischendurch.

Seit 2018 kann der Handel Snackgemüse lose von LGV beziehen. Dem LEH bzw. den Konsumenten werden am POS Papiersackerl zur Verfügung gestellt; bei diversen Tassen wurde auf Karton umgestellt.
Dort, wo sich momentan Kunststoff noch nicht vermeiden lässt, kommt recycelbares Material zum Einsatz; ein eigens dafür eingesetztes Team trifft regelmäßig zum Thema Verpackungsvermeidung zusammen. Und im LGV Gärtnergschäftl in der Kettenbrückengasse – sozusagen dem Mini-Flagship-Store der Genossenschaft – wird Gemüse ausschließlich ohne Verpackung angeboten.
Weiters überprüft LGV laufend bestehende und neue Produkte auf mögliche Ressourceneinsparungen.

Tradition und Kooperation

Trotz Fusion: Die beiden Marken „Seewinkler Sonnengemüse” und „LGV Gärtnergemüse” werden weiterhin getrennt zwecks eindeutiger Auslobung von Herkunft und Regionalität sowie der Produktion in österreichischen Familienbetrieben geführt.

Besonderes Augenmerk gilt den Anbauversuchen und der Reaktivierung alter Sorten. Ziel ist es, neue Gemüsearten zu finden, die in den Folgejahren von den Gärtnerfamilien und den Gemüsebauern produziert werden und so den Weg ins Regal des Einzelhandels finden.
„Dank der strategischen Fusion ist die größte Gemüseerzeugereinheit in den besten Gemüseanbauregionen Österreichs entstanden”, resümiert Peck. Gemeinsam werden rd. 60 Sorten Frischgemüse und Gartenkräuter kultiviert.

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