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Sportfachhandel schlägt Alarm © Intersport Austria

Abermals drohen die Sportfachhändler in Tourismusgebieten auf ihrer Ware sitzenzubleiben. Schon der Lockdown für Ungeimpfte dürfte mit Umsatzrückgängen von 30%+ zu Buche schlagen.

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Abermals drohen die Sportfachhändler in Tourismusgebieten auf ihrer Ware sitzenzubleiben. Schon der Lockdown für Ungeimpfte dürfte mit Umsatzrückgängen von 30%+ zu Buche schlagen.

Redaktion 26.11.2021

Sportfachhandel schlägt Alarm

Wie 2020 droht ein Totalausfall der Weihnachtssaison, dazu kommen unaufholbare Umsatzverlagerungen.

WIEN. Kaum eine Branche erlebt die Pandemie so gespalten wie der Sportartikelhandel: Während einige Händler, besonders in urbanen Lagen, entsprechend ihrer Spezialisierung vom Heimfitness- und E-Bike-Boom profitierten und sich zu den Krisengewinnern zählen durften, hatten Händler in Tourismusgebieten angesichts des Ausfalls der Wintersaison mit Umsatzverlusten bis zu 95% zu kämpfen; für sie droht sich das Schreckensszenario trotz vermeintlichem „Gamechanger”, der Verfügbarkeit der Schutzimpfung, zu wiederholen.

Katerstimmung

„Die Saison hängt für den touristischen Sportfachhandel schon am seidenen Faden, bevor sie überhaupt begonnen hat”, bringt Gernot Kellermayr, Präsident des Verbands der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ), die Stimmung der Branche auf den Punkt. Es brauche nun Planungssicherheit und ein klar kommuniziertes, rasches Lockdown-Ende, um einen Totalausfall der Weihnachtssaison zu vermeiden.

Schon der Teil-Lockdown für Ungeimpfte, der mit 15. November gestartet ist und voraussichtlich länger gilt als jener für Geimpfte, trifft den Sportfachhandel hart, rund ein Drittel der Kunden dürfte wegfallen.

„Aus Fehlern nichts gelernt”

Mit dem Lockdown für alle mussten die Fachgeschäfte nun komplett schließen – und das drei Wochen lang. „Die Umsätze, die jetzt verloren werden, können nicht wieder aufgeholt werden: Wenn die Kunden ihre Sportartikel nicht im Fachgeschäft kaufen können, kaufen sie im LEH oder bei großen Ketten online”, so Kellermayr. „An oberster Stelle steht selbstverständlich, die Gesundheit zu schützen und das Gesundheitssystem zu entlasten. Fakt ist aber auch, dass die kommenden Monate für viele Familienunternehmen existenz­entscheidend sind. Statt aus den vergangenen Lockdowns zu lernen, sind die Fachgeschäfte erneut die Leidtragenden.” (red)

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